Sonntag, 19. Februar 2012

Stellungnahme des Ordens der Armen Ritter Christi (OPMC) zum Rücktritt des Bundespräsidenten



Stellungnahme

des Ordens der Armen Ritter Christi (OPMC)

zum Rücktritt des Bundespräsidenten

Der Orden der Armen Ritter Christi vom Tempel Salomons zu Jerusalem (OPMC) ist sehr darauf bedacht, sich aus politischen Diskussionen heraus zu halten. Es bleibt unserer Tochtergründung, der Gabriel-Gesellschaft, vorbehalten, Kommentare und Stellung-nahmen zu politischen Entwicklungen in der Gesellschaft abzugeben.

Wenn aber ein Bundespräsident zurück tritt, dann ist das genau genommen kein Politikum. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem, gibt sich doch der Bundespräsident als das Oberhaupt der ganzen Nation aus. Er will nach innen und nach außen die Menschen des Landes vertreten, gleich welcher Religion, welcher Herkunft, welcher Rasse und welcher politischen Ausrichtung die einzelnen Bürger sind. Er hat aber auch die Aufgabe, eine Art Kontrollorgan für die jeweilige demokratisch gewählte Regierung zu sein, auf dass der Bundeskanzler und die Minister, die er ernennt, auch ihrem vor dem Bundestag geleisteten Eid, das Land und seine Bevölkerung zu schützen und Schaden vom Volk abzuwenden, in jeder Hinsicht gerecht werden.

Eigentlich eine schöne, noble Aufgabe – wenn da nicht der fade Beigeschmack entstünde, dass der Bundespräsident nicht vom Volk, sondern ausgerechnet von der Regierung bzw. von der Bundesversammlung gewählt wird.

In einer Monarchie steht das Staatsoberhaupt über der Politik und vor allem über den Parteien, und er ist auch von der Wirtschaft in keinster Weise abhängig. Um genau zu sein: Das Staatsoberhaupt DARF kein Partei-Politiker und DARF von der Wirtschaft nicht abhängig sein. Dieses Problem löst man in unserer immer korrupter werdenden Gesellschaft damit, dass der jeweilige Bundespräsident – und davon hatten wir bis dato schon zehn, der elfte steht in den Startlöchern – für die Zeit seiner Amtsdauer aus seiner Partei austritt.

Wenn dann noch der Verdacht aufkommt, dass das Staatsoberhaupt vor seiner Wahl zum Staatsoberhaupt ein recht korruptes Dasein geführt hat, und er keinen Anlass sieht, von seinem Amt als Staatsoberhaupt zurück zu treten, weil es sich ja gar nicht um sein Handeln als Staatsoberhaupt, sondern um die davor handelt, dann fragen wir uns, ob sich dieses Staatsoberhaupt überhaupt der Würde dieses hohen Amtes bewusst ist. Einmal korrupt und unehrenhaft – immer korrupt und unehrenhaft.

Die Antwort zu dieser Frage haben in den letzten 4 Wochen sage und schreibe zwei Königinnen gegeben: Königin Margarethe II. von Dänemark und Königin Elisabeth II. von England, die beide aufgrund ihres Jahrzehnte langen „Amtes“ darauf hingewiesen haben, dass das Amt des Staatsoberhauptes eine vollkommene Hingabe ist – eine Lebensaufgabe, die sehr viel Disziplin, viele Opfer und ein großes Pflichtbewusstsein erfordert. Ein Staatsoberhaupt, die erste Person des Staates, die erlauchteste Person der ganzen Nation, ist man nicht mal eben kurz für ein paar Jahre – man ist es sein Leben lang. Um eine Nation würdig zu repräsentieren, muss man sogar von klein auf darauf vorbereitet werden, man muss sich in das Volk hinein fühlen und denken. Staatsoberhaupt und Nation werden eine Einheit. Das Staatsoberhaupt identifiziert sich mit dem Volk, das Volk identifiziert sich mit seinem Staatsoberhaupt, und der Name des Staatsoberhauptes ist untrennbar mit dem Namen seines Landes verbunden.

Stirbt das Staatsoberhaupt, so ist ein nervenzerreibender, zeit- und kostenintensiver Wahlkampf und ein langes Suchen nach dem Nachfolger nicht mehr vonnöten, weil der Nachfolger schon von klein auf auf sein Amt vorbereitet wurde – und weil auch das Volk den Nachfolger seit seiner Geburt kennt.

Das sind nun Szenen, die wir aus der Monarchie kennen, und die wir unseren Lesern eindringlich zu Bedenken geben. Die Monarchie ist unserer Mainung nach für eine Nation die weitaus bessere und würdigere Alternative. Das zeigen uns in ganz deutlichem Maße unsere Nachbarländer, die eine monarchistische Staatsform haben. Es handelt sich hierbei um die erwiesenermaßen zufriedensten Bürger und die blühendsten Demokratien, weil der Monarch, der ja über der Politik steht, auf die Beachtung der freiheitlich-demokratischen Grundregeln achtet. Es ist sogar so, dass – auch wenn der Monarch kein „Regent“ ist – dennoch zwischen dem Monarchen und dem Regierungschef ein reger Austausch stattfindet, so dass der Monarch gegebenenfalls seinen Unmut äußern kann, wenn ihm etwas an der Regierungsweise des vom Volk gewählten Regierungschefs missfällt.

In unserer sogenannten „Republik“ kann der Regierungschef nach Belieben schalten und walten, und der Bundespräsident darf erst dann handeln, wenn er vom Parlament dazu aufgefordert wird.

Der Orden der Armen Ritter Christi vom Tempel Salomons zu Jerusalem (OPMC) gibt hiermit ein eindeutiges Bekenntnis zu der Staatsform Monarchie. Das hat vor allem seine Gründe darin, dass nicht nur dem Land an sich, sondern vor allem auch dem Bürger, der sich mit seinem Monarchen identifiziert, ein gehöriges Stück Würde zurück gegeben wird. Auch wenn der Bürger an der Wahl des Staatsoberhauptes keinen Einfluss hat, so hat er es in unserem Bundespräsidialsystem erst Recht nicht. Wer aber auf die unsinnige Idee gekommen ist, dass der Regierungschef sich für die Position des Staatsoberhauptes den Kandidaten aussucht, der ihm am Genehmsten ist, das werden wir nie verstehen. Denn damit ist dem Zuschieben von Macht und Privilegien und der Korruption Tür und Tor geöffnet.

Wir sind aber genauso gegen das System, wie wir es in unserem Nachbarland Österreich vorfinden, in dem der Bundespräsident direkt vom Volk gewählt werden darf. Denn es schadet unserer Meinung nach sehr dem Ansehen und der Würde des Amtes, wenn wir in relativ tumultartigen Szenen den Wahlkampf für den „Posten“ des Staatsoberhauptes beobachten.

Dem Bürger wird mit dem Kommen und Gehen der Bundespräsidenten auch die Möglichkeit verwehrt, sich mit seiner Nation als solches auf eine gesunde Weise zu identifizieren. Wir geben sogar zu bedenken, ob durch das Fehlen einer „Vaterfigur“ die Grundlagen für die schweren sozialpolitischen Mängel in unserer Gesellschaft liegen, in der das Bild der traditionellen Familie (mit Vater, Mutter und vielen Kindern), ja in der sogar die Großfamilie, in der mehrere Generationen zusammen lebten, die Freud und Leid gemeinsam teilten, verwischt, um nicht zu sagen verschwunden ist. Im Monarchen wird jedoch für die ganze Nation der Wert und der Sinn der Familie deutlich.

Der wichtigste Aspekt ist fast sogar der Wertvollste. Der Monarch versinnbildlicht den Begriff der “Einheit”, der Einheit einer Familie, die Einheit der Nation. Auch wenn wir in Spanien z.B. Separationsbestrebungen beobachten, so ist es dennoch der König, der das Land und die verschiedenen Völker eint. Am Deutlichsten sehen wir es in Belgien, in dem drei verschiedensprachige Völker alleine durch die Präsenz des Königshauses die Einheit der belgischen Nation beibehalten. Würde die Monarchie in Belgien abgeschafft, fiele das Land im gleichen Moment mit der Abschaffung der Monarchie auseinander. Doch alle drei Völker sehen keinen Grund, eigene Wege zu gehen, weil sie in ihrem König EINEN gemeinsamen Vater haben.

Es gäbe noch Gründe genug, vor allem kostentechnische, um sich für die Monarchie als Staatsform zu entscheiden. Als ein fast 900 Jahre alter Ritterorden, der von seiner Struktur her schon hierarchisch strukturiert ist, stehen wir der Staatsform Monarchie ohnehin sehr nah. Wir stehen schon alleine deswegen dieser Staatsform näher, weil in der Person des Monarchen bestimmte ehrenhafte Tugenden hervorgerufen werden, angefangen von Fleiß über Pflichtbewusstsein bis hin zur Disziplin, zur Treue und zur Milde. Und da das Volk von seinem Monarchen eine große moralische Instanz voraussetzt, verspürt es selbst den Drang, ebenso ambitioniert in moralischer Hinsicht zu sein; denn der Monarch ist Vorbild – ganz anders als ein Bundespräsident, der ja nur einen „Job“ für eine bestimmte Zeit übernimmt, zu der er von Parteipolitikern gewählt wurde. Der Monarch hingegen macht keinen „Job“, er „IST“. Der Monarch IST das Land, er IST die National-Hymne, er IST die National-Flagge, er vereint in seiner Person als Staatsoberhaupt alle Nationalsymbole gemeinsam, weil er das Nationalsymbol schlechthin IST.

Der Monarch denkt und handelt nicht in Wahlperioden, und er ist nicht einzig seinen Wählern Rechenschaft schuldig, sondern der Monarch, der die Bürde der Geschichte, der Tradition und des Vermächtnisses aller seiner Vorfahren auf seinen Schultern drücken spürt, denkt in Generationen, und zwar der vergangenen und der zukünftigen Generationen.

Wenn wir aber die Republik beibehalten, dann brauchen wir uns wahrscheinlich um zukünftige Generationen keine Sorgen zu machen, da es unsere Nation auf absehbare Zeit nicht mehr geben wird. Denn es ist kein gemeinsamer Vater da, der uns vor Egoismus und Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Leben als solches warnt, und der uns auf unsere Verantwortung für die Zukunft unseres Volkes hin weist.

Wenn wir als Ritterorden vor die Wahl gestellt würden, ob „Monarchie“ oder „Republik“, dann wäre unsere Entscheidung klar und eindeutig: Die Monarchie, denn sie hat sich in unzähligen Jahrhunderten besser bewährt als die Republik in sechs Jahrzehnten. Denn nach diesen sechs Jahrzehnten stellen wir fest, dass wir unserer Identität, unserer Geschichte, unserer Einheit und unserer Vergangenheit beraubt wurden und somit auch keine Zukunft haben. Hätten wir einen Monarchen, würde er uns lehren, dass wir nur im Verstehen der Geschichte und der Vergangenheit unserer Nation unsere große Verantwortung für eine Zukunft in Selbstbewusstsein, in Zufriedenheit und in Würde erkennen können.

Samstag, 18. Februar 2012

PRESSEMITTEILUNG
Rehburg-Loccum, 17.02.2012 - Stellungnahme des Bundes aufrechter Monarchisten

(BaM) zum Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff
Unangenehme Veröffentlichungen und Machenschaften aus früher Zeit, bringen den nächsten Bundespräsidenten –in Folge- zu Fall. Ist das derzeit höchste Amt der Bundesrepublik gefährdet oder beschädigt? Wir sagen JA.

Wir haben heute am TV und / oder Internet wieder eine jener Reden gehört, die uns allen vermittelt, wie angreifbar doch ein „parteipolitisches“ Staatsoberhaupt ist. Hinter den Kulissen werden die Ränkespiele und Machenschaften der Parteien und der entsprechenden peripheren Couleur deutlich. Parteien und deren Manöverspiele haben im obersten Amt der Bundesrepublik Deutschland nichts zu suchen und müssen von der Bevölkerung auf das Schärfste verurteilt und missbilligt werden.

Es ist noch nicht ein ½ Tag nach dem Rücktritt von Christian Wulff vergangen und schon „bekämpfen“ sich die ersten Politiker wieder gegenseitig um ihre Macht zu zementieren und zu sichern. Die Politiker legen im Bundestag folgenden Eid ab: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, ……. .“Wo wird das derzeitig erfüllt? Derzeit verstoßen die Diskussionen reihenweise gegen diesen geleisteten Eid. Ein solches Verhalten der Politikerkaste muss nun endgültig aufhören, um dem Ansehen unseres Landes nicht noch weiteren Schaden zu zufügen!

Nach Auffassung des BaM darf das Staatsoberhaupt kein Politiker sein, sondern muss über dem politischen Geschehen stehen. Das wäre in einer Monarchie der Fall, und daher sind wir Anhänger dieser Staatsform. Wir sind für ein Staatsoberhaupt, das alle Bürger vertritt und mit dem sich alle Bürger identifizieren können. Gegenwärtig hört man immer wieder das Argument: „Das alles wäre in einer Monarchie nicht
möglich.“ Und dadurch wird das Thema Monarchie wieder ganz aktuell. Gerade in diesem Zusammenhang gewinnen auch die Ausführungen des Bundestagspräsidenten Dr. Lammert in der 14. Bundesversammlung über die Erbmonarchie eine ganz neue Bedeutung.

Wie lange wollen wir als mündige Bürgerinnen und Bürger, das Ansehen unseres Staates durch solche Vorgänge in den Parteien noch dulden und für Gut heißen? Es muss nun unabdingbar eine breite Diskussion über dieses Thema beginnen mit dem Ziel der Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland. Wir wollen dazu heute hier mit einen
Anstoß geben.
17. Februar 2012
gez. Vorstand des BaM

Heinz Emmrich - presse@aufrechte-monarchisten.de
www.aufrechte-monarchisten.de

Freitag, 17. Februar 2012

Quelle des Bildes Die Bunte



Was haben doch für ein schönes Kaiserpaar !!!!!!

Georg Friedrich und seine bezaubernde Sophie !!!!!

Führt die Monarchie wieder ein !!! 



Nun ist der Bundespräsident weg – ausgezogen aus dem Schloss. Na und? Was kommt? Die Aufarbeitung des Herrn Wulffs als Lokalpolitiker von Niedersachsen. Eine Abrechnung seines letzten Amtes, welches er mit Frau Dr. Merkel verhohnt hat, wird unter den Teppich gekehrt.
Wie soll es weitergehen? Die Politik brüllt: Ein neuer Kandidat, einer der unabhängiger, bürgernäher wäre. Eine Frau!
Ist damit dem Amt, ist damit der BRD geholfen?
Warum nicht altes gutes in die Moderne hinüberhelfen. Zahlreiche Länder in Europa leben mit einem Monarchen wunderbar. Er ist überparteilich und kann nicht unter dem Motto „Nach mir die Sinnflut“ walten. Denn seine eigene Familie muss damit leben, was er hinterlässt. Keine Debatte mehr über rechts und links oder gar den Ehrensold! Der Monarch wird durch Steuergelder unterstützt – aber nicht durchgefüttert, wie die Führungsriege der BRD. Selbst in Großbritannien muss die Queen dazu-buttern und Einkünfte erzielen.

Wenn die BRD immer gern Einflüsse von aussen annimmt, warum dann nicht sinnvolle und mit Verlaub kontrollierbare?
Das Amt des Repräsentanten nach aussen wie innen, das Amt des Gesetzeshüter wäre so schnell wieder mit Würde er- und befüllt. Man sollte darüber nachdenken!

Donnerstag, 18. August 2011

Am Ausgestrecktem Arm Verhungert!





Heute möchten wir euch eine Geschichte erzählen die sich soeben zugetragen hat.

Eine Familie die Unverschuldet in Hartz 4 gerutscht ist wurde vom Energieriesen RWE diesen Monat Quasi Liquidiert.

Die 4 Köpfige Familie war nicht in der Lage die Jahresabrechnung in Höhe von Knapp 300 Euro auf einmal zu Bezahlen.Und sie Boten dem Konzern eine Ratenzahlung an.Nur dieser war überhaupt nicht Bereit der Familie zuzuhören.Dem Konzern wurde erklärt das die Familie von 700,-Euro im Monat lebt und einen so großen Betrag nicht auf einmal Bezahlen kann.Die Antwort von dem Konzern lautete:Wir können Ihre momentane finanzielle Situation gut verstehen. Gerne haben wir daher unsere Unterlagen geprüft.Wir haben die Unterbrechung Ihrer Energieversorgung bereits in die Wege geleitet. Haben Sie deshalb bitte dafür Verständnis, dass wir eine Zahlungsvereinbarung ablehnen. Bitte begleichen Sie den Gesamtbetrag umgehend. Nur so können Sie die Unterbrechung Ihrer Stromzufuhr verhindern.
Wir bedauern, dass wir Ihnen keinen positiven Bescheid geben können.Also was blieb dieser Familie jetzt noch übrig?Es wurde alles Zusammengekratzt was an Geld noch Vorhanden war Sämtliche Spardosen der Kinder wurden Geleert so das man nun doch noch die Verlangten 300,-Euro Bezahlen konnte.
Was soll man dazu noch Sagen? Dem Konzern scheinen nur seine Bilanzen und Gewinne zu Interessieren.
Was sind da schon Menschen oder gar eine Familie die nun für den Rest des Monats wohl nun von einem Brot und Wasser aus dem Wasserhahn leben muss.Muss es so etwas in dieser Gesellschaft geben?
Wir die Bewahrer haben uns Entschlossen dieser Familie unter die Arme zu Greifen.
Sollten auch Sie sich Entschließen der Familie Helfen zu wollen so können Sie Gern eine Spende auf folgendes Konto Überweisen.Wir Bedanken uns für ihre Hilfsbereitschaft im Namen der Familie.Möge der Herr Sie Segnen.
Sparkasse Paderborn
Kennwort Familienhilfe
Bankleitzahl 47250101
Konto 360600720
Swift WELADED1PBN
Iban DE58 4752 0101 0000 6450 69

Wie wir so eben erfahren haben steht wohl der Blackout kurz bevor.

Wollen wir hoffen das Unsere Intervention und Hilfe noch rechtzeitig ankommen.

Dienstag, 16. August 2011

Das ist aber nicht nötig gewesen!




Bei jedem Besuch, der kommt und etwas Kleineres oder Grösseres mitbringt,
entwischt uns dieser Satz ohne darüber nachzudenken. Natürlich ist ein
Mitbringsel nicht nötig, dh notwendend, aber es ist willkommen, vor allem,
wenn es brauchbar und nützlich ist und Freude macht.
Manchmal wächst der schnelle Satz über die Floskel hinaus, wenn er zur
bitteren Wahrheit wird. Man sagt ja schon auch "Einem geschenkten Gaul
schaut man nicht ins Maul." Aber wenn das Dankeschön zu einem süsssauren
Mundverziehen verkommt, weil man höflich und artig ist und Danke sagt. Wir
haben das ja von Kindesbeinen an gelernt: "Säg schön Danke!" - sonst ….?

Kinder und Narren sagen die Wahrheit: Also, warum muss ich danke sagen für
ein Geschenk, das mir a) nicht gefällt, das ich b) nicht brauchen kann und
das ich c) weder fortwerfen, noch weiterschenken, noch auf den Flohmarkt
bringen kann, weil die schenkende Person beim nächsten Mal sicher nachfragt,
ob es mir auch sicher gefallen habe.
Geschenke können einen in arge Nöte versetzen. Aber wohl nur dann, wenn ich
mir selber mit dem Schenken eine Freude machen will, oder mich entlasten,
weil ich nichts schuldig bleiben will. Wer schenkt, soll sich doch
überlegen, wem und wem was? Wem will ich eine Freude bereiten, dem
Beschenkten oder mir selber.
Wenn ich nur mir etwas zulieb tun will, ja und dem Beschenkten auch ein
wenig Freude bereiten will, dann kann ich, wohin ich gehe, immer eine
Schachtel "Zürcherli" mitbringen, das ist das Gebäck mit Schokolade
überzogen, das fast immer gleich gross ist und fast immer gleich schmeckt,
nur jeweils den Namen wechselt.

Darum: Schenken ist manchmal wirklich nicht nötig, aber wenn, dann soll der
Beschenkte auch echte Freude daran haben - also zum Beispiel keine Zürcherli
für einen Diabetiker. Toi, toi, toi beim Menschen neu Kennenlernen.
Diese Kleine Geschichte haben wir von der:
Ökumenische Bahnhofkirche im Hauptbahnhof Zürich

Montag, 15. August 2011

Maria Aufnahme in den Himmel




"Manchmal ist es so, als würden die alten Bibeltexte einen Spalt in
staubigen Vorhängen freigeben…", das habe ich bei Ylva Eggehorn gelesen.
Nach diesem Spalt suche ich am Fest von Maria Aufnahme in den Himmel. Die
Suche ist vergebens, denn es gibt keinen Bibeltext zu Maria Himmelfahrt,
daher auch keinen solchen "Spalt".
In der katholischen Kirche wird heute das Magnifikat, der Lobgesang der
Maria, als Evangeliums-Text gelesen. Ein kraftvoller, lesenswerter Text!
Es werden Kräuter gesegnet. Die Kräutersegnung ist so wenig biblisch wie
Marias Aufnahme in den Himmel. Laut einer Legende wurde Maria nach ihrem Tod
ausserhalb Jerusalems beerdigt. Die Apostel gingen zum Grab von Maria. Als
sie zum Grab kamen fanden sie keinen Leichnam, dafür aber duftende Blumen
und Kräuter.
Die Heilkraft der Kräuter war damals vor allem den Frauen bekannt. Sie gaben
ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. Kenntnisse von geheimen
Kräften von Blüten, Blättern, Wurzeln und Düften sind so bis heute erhalten
geblieben. Kräuter bereichern unser Essen. Wir geniessen sie in Form von
Tee. Sie sind in Salben, Duschgels, Shampoos, Zahnpasta und vielem mehr zu
finden. Sie sind Bestandteil vieler Medikamente und sind ein Grundstoff in
der Homöopathie. Den Duft der Kräuter geniessen wir verschiedentlich, er
hält uns auch die Motten in den Kleiderschränken fern. Und schliesslich:
Kräuter segnen heisst ja auch den Segen der Kräuter entdecken und schätzen.

Guter Gott, durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und
Freude. Segne Kräuter und Blumen, damit auch wir den Segen der Kräuter und
der Natur erkennen. Damit wir die Schöpfung und den Reichtum der Natur
segensreich nützen. AMEN

Sonntag, 7. August 2011

«O du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?»




Lesungen des Tages

1 Kön. 19,9a.11-13a.


Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Was willst du hier, Elija?
Der Herr antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben.
Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.
Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.


Ps. 85(84),9ab-10.11-12.13-14.


Ich will hören, was Gott redet: Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen. [Sela]
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.
Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sproßt aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte.


Röm. 9,1-5.


Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht, und mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist:
Ich bin voll Trauer, unablässig leidet mein Herz.
Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind.
Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen,
sie haben die Väter, und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen.


Mt. 14,22-33.


Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.
Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.
In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See.
Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.
Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, daß ich auf dem Wasser zu dir komme.
Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu.
Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich!
Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind.
Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

«O du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?»

Die Jünger sind wieder Spielzeug der Wellen und ein weiterer Sturm, dem
ersten gleich (Mt 8,24), bricht los. Damals hatten sie jedoch Jesus bei
sich im Boot, während sie diesmal allein und sich selber überlassen sind...
Ich glaube, dass der Retter auf diese Weise ihre Herzen wieder beleben
wollte, die schläfrig geworden waren. Er versetzte sie in Todesangst,
verstärkte in ihnen das Verlangen nach seiner Anwesenheit und bewirkte,
dass sie ständig an ihn dachten. Deshalb kam er ihnen auch nicht sofort zu
Hilfe, sondern „kam in der vierten Nachtwache zu ihnen; er ging auf dem
See“... Petrus, der immer temperamentvoll und den anderen Jüngern immer
einen Schritt voraus war, sagte zu ihm: „Herr, wenn du es bist, so befiehl,
dass ich auf dem Wasser zu dir komme“... Er sagte nicht zu ihm: „Befiel,
dass ich auf dem Wasser gehen soll“, sondern: „dass ich zu dir kommen
soll“; denn keiner liebte Jesus so wie er. Nach der Auferstehung Jesu tat
er dasselbe: er konnte es nicht ertragen, nicht schneller als die anderen
zu sein: So sprang er in das Wasser, um ihnen zuvor zu kommen und seiner
Liebe zu Christus zu genügen... Petrus stieg also aus dem Kahn und ging auf
Jesus zu, glücklicher darüber, ihm näher zu kommen als darüber, auf dem
Wasser gehen zu können. Als er aber mit der größten Gefahr, nämlich der,
die von dem Wasser ausging, fertig geworden war, fiel er einer weniger
großen Gefahr, nämlich der, die ihm vom Sturm drohte, beinahe zum Opfer. So
ist die menschliche Natur: wir überstehen ernste Gefahren und erliegen dann
kleineren Gefahren... Petrus war noch nicht frei von jeglicher Angst,
obwohl Christus in seiner Nähe war. Es nützt also nichts, Christus neben
sich zu haben, wenn man ihm nicht durch den Glauben nahe ist. Das machte
deutlich, welche Distanz zwischen dem Meister und dem Jünger bestand... „O
du Kleingläubiger, warum zweifelst du? Wenn sein Glaube nicht schwächer
geworden wäre, hätte Petrus den Wind leicht aushalten können. Und der
Beweis dafür: Jesus greift nach Petrus und lässt den Wind weiter wehen...
Christus verfährt mit Petrus wir eine Vogelmutter mit ihrem Jungen, das
sich vorzeitig daran gemacht hat, das Nest zu verlassen und nun
herauszufallen droht: sie hält es mit ihren Flügeln fest und bringt es ins
Nest zurück.

Mittwoch, 3. August 2011

Ein Versuch, mich im Unrat der Zeit zu finden




Wie alle, die die Nachrichten vom Morden in Oslo haben zur Kenntnis nehmen
müssen, war auch ich entsetzt und wie gelähmt. Entmenschlichtes Handeln. Und
doch gehört es irgendwie in die tiefsten Abgründe menschlichen Wesens. Es
ist schockierend genug, dass Menschen immer noch bereit sind, unschuldiges
Blut zu vergiessen, um vermeintlich zu retten. Noch schockierender
ist, dass ich davon ausgehen muss: Die Begründungen sind christlich
eingefärbt und das Banner des Kreuzes wird dazu hochgehalten. Da ist
Christus am Kreuz gestorben. Von ihm sind bis auf die Vertreibung von
Geschäftemachern aus dem Vorhof des Tempelareals keinerlei Gewalttaten
bekannt, geschweige denn, dass er gefoltert oder getötet hätte. Und der
Glaube an diesen Erlöser soll nun als Begründung für Mord herhalten.
Das ist pervers.
Wie kann ich dem begegnen, ausser, dass ich mich lähmen lasse? Christlicher
Alltag sieht anders aus, menschlicher Alltag ebenso.
So grosses Unrecht treibt auf die Strasse, sichtbar vor aller Welt stehen
die Menschen zusammen. Das tut gut. Gemeinsam erfahren wir so eine Kraft,
die aus dem Miteinander entsteht: Ein Aufruf zur Liebe! Ein Aufruf zu
gegenseitigem Respekt, der über die Grenzen von Kultur, Religion, Glaube und
Sprache hinweg, uns zusammenführt.
Christlich gesprochen: Wir weigern uns, den Brudermord als Zeugnis
christlichen Glaubens anzuerkennen und bekennen uns zu einem Glauben, der
Respekt gegenüber dem Mitmenschen hochhält. Nehme ich meinen Glauben an Gott
ernst, der für mich wie ein Vater, wie eine Mutter ist, nehme ich meinen
Glauben an Gott, den Sohn ernst, der mir als Bruder begegnet, nehme ich
meinen Glauben an Gott, die heilige Lebenskraft ernst, dann sind meine
Mitmenschen nichts anderes als meine Brüder und Schwestern, die mit mir das
Leben geschenkt bekommen haben, es zu umsorgen und zu erhalten. Und das
schliesst alles aus, was dem widerspricht.

Dienstag, 2. August 2011

«Es sind blinde Blindenführer»




Lesungen des Tages

Num. 12,1-13.


Als sie in Hazerot waren, redeten Mirjam und Aaron über Mose wegen der kuschitischen Frau, die er sich genommen hatte. Er hatte sich nämlich eine Kuschiterin zur Frau genommen.
Sie sagten: Hat etwa der Herr nur mit Mose gesprochen? Hat er nicht auch mit uns gesprochen? Das hörte der Herr.
Mose aber war ein sehr demütiger Mann, demütiger als alle Menschen auf der Erde.
Kurz darauf sprach der Herr zu Mose, Aaron und Mirjam: Geht ihr drei hinaus zum Offenbarungszelt! Da gingen die drei hinaus.
Der Herr kam in der Wolkensäule herab, blieb am Zelteingang stehen und rief Aaron und Mirjam. Beide traten vor,
und der Herr sprach: Hört meine Worte! Wenn es bei euch einen Propheten gibt, so gebe ich mich ihm in Visionen zu erkennen und rede mit ihm im Traum.
Anders bei meinem Knecht Mose. Mein ganzes Haus ist ihm anvertraut.
Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht, nicht in Rätseln. Er darf die Gestalt des Herrn sehen. Warum habt ihr es gewagt, über meinen Knecht Mose zu reden?
Der Herr wurde zornig auf sie und ging weg.
Kaum hatte die Wolke das Zelt verlassen, da war Mirjam weiß wie Schnee vor Aussatz. Aaron wandte sich Mirjam zu und sah: Sie war aussätzig.
Da sagte Aaron zu Mose: Mein Herr, ich bitte dich, laß uns nicht die Folgen der Sünde tragen, die wir leichtfertig begangen haben.
Mirjam soll nicht wie eine Totgeburt sein, die schon halb verwest ist, wenn sie den Schoß der Mutter verläßt.
Da schrie Mose zum Herrn: Ach, heile sie doch!


Ps. 51(50),3-4.5-6a.6bc-7.12-13.


Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir mißfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter.

Denn ich bin in Schuld geboren; in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!


Mt. 15,1-2.10-14.


Da kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten:
Warum mißachten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht die Hände vor dem Essen.
Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift:
Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weißt du, daß die Pharisäer über deine Worte empört sind?
Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
Laßt sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.


«Es sind blinde Blindenführer»

Der Herr hat gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird
nicht in der Finsternis umhergehen“. Ja, er macht die Blinden sehend. Wir
sind schon in diesem Leben sehend gemacht durch die Augensalbe des
Glaubens. Der Herr machte mit seinem Speichel einen Teig und strich ihn dem
Blinden auf die Augen (Joh 9,6). Wir Kinder Adams sind ebenfalls
Blindgeborene und brauchen den Retter, der uns sehend macht. Er macht mit
seinem Speichel einen Teig aus Erde: „Und das Wort ist Fleisch geworden und
hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14)... Er hat auch gesagt: „Ich bin der Weg,
die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6)... Er ist die Wahrheit und das
Leben, insofern er am Herzen des Vaters ruht. Er hat sich zu unserem Weg
gemacht, indem er unser Fleisch angenommen hat. Man sagt nicht zu dir: „Gib
dir Mühe und such den Weg, damit du zur Wahrheit und zum Leben kommst“.
Nein, das sagt man nicht. Steh auf, du Faulpelz! Der Weg selber kommt zu
dir und weckt dich aus dem Schlaf, wenn du dich überhaupt wecken lässt:
„Steh auf und geh!“ (Mt 9,6). Vielleicht versuchst du zu gehen, aber kannst
es nicht, weil deine Füße krank sind... Aber das Wort Gottes hat auch Lahme
geheilt. „Ja“, sagst du, „meine Füße sind in Ordnung, aber ich sehe den Weg
nicht.“ Er hat auch Blinde sehend gemacht... „Ich bin das Licht der Welt.
Wer mit nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird
das Licht des Lebens haben.“

Montag, 1. August 2011

«Herr, Rette mich!»




Lesungen des Tages

Num. 11,4b-15.


Die Leute, die sich ihnen angeschlossen hatten, wurden von der Gier gepackt, und auch die Israeliten begannen wieder zu weinen und sagten: Wenn uns doch jemand Fleisch zu essen gäbe!
Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst zu essen bekamen, an die Gurken und Melonen, an den Lauch, an die Zwiebeln und an den Knoblauch.
Doch jetzt vertrocknet uns die Kehle, nichts bekommen wir zu sehen als immer nur Manna.
Das Manna war wie Koriandersamen, und es sah wie Bdelliumharz aus.
Die Leute pflegten umherzugehen und es zu sammeln; sie mahlten es mit der Handmühle oder zerstampften es im Mörser, kochten es in einem Topf und bereiteten daraus Brotfladen. Es schmeckte wie Ölkuchen.
Wenn bei Nacht der Tau auf das Lager fiel, fiel auch das Manna.]
Mose hörte die Leute weinen, eine Sippe wie die andere; jeder weinte am Eingang seines Zeltes. Da entbrannte der Zorn des Herrn; Mose aber war verstimmt
und sagte zum Herrn: Warum hast du deinen Knecht so schlecht behandelt, und warum habe ich nicht deine Gnade gefunden, daß du mir die Last mit diesem ganzen Volk auferlegst?
Habe denn ich dieses ganze Volk in meinem Schoß getragen, oder habe ich es geboren, daß du zu mir sagen kannst: Nimm es an deine Brust, wie der Wärter den Säugling, und trag es in das Land, das ich seinen Vätern mit einem Eid zugesichert habe?
Woher soll ich für dieses ganze Volk Fleisch nehmen? Sie weinen vor mir und sagen zu mir: Gib uns Fleisch zu essen!
Ich kann dieses ganze Volk nicht allein tragen, es ist mir zu schwer.
Wenn du mich so behandelst, dann bring mich lieber gleich um, wenn ich überhaupt deine Gnade gefunden habe. Ich will mein Elend nicht mehr ansehen.


Ps. 81(80),12-13.14-15.16-17.


Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört; Israel hat mich nicht gewollt.
Da überließ ich sie ihrem verstockten Herzen, und sie handelten nach ihren eigenen Plänen.
Ach daß doch mein Volk auf mich hörte, daß Israel gehen wollte auf meinen Wegen!
Wie bald würde ich seine Feinde beugen, meine Hand gegen seine Bedränger wenden.

Alle, die den Herrn hassen, müßten Israel schmeicheln, und das sollte für immer so bleiben.
Ich würde es nähren mit bestem Weizen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.


Mt. 14,22-36.


Gleich darauf forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.
Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.
In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See.
Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.
Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!
Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, daß ich auf dem Wasser zu dir komme.
Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu.
Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich!
Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind.
Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.
Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret.
Als die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm
und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.


«Herr, Rette mich!»

Petrus wagt als einziger im Kahn, Jesus zu antworten und bittet den Herrn,
er solle ihm befehlen, auf dem Wasser zu ihm zu kommen. Dass Petrus so
handelt, ist ein Hinweis auf seine innere Einstellung während der Passion:
trotz der aufgewühlten Stimmung im Volk – vergleichbar mit dem hohen
Wellengang auf dem See – folgte er den Spuren des Herrn und ging in der
gleichen mutigen Todesverachtung mit ihm. Aus seiner Verunsicherung lässt
sich aber auf seine Schwachheit in der Versuchung schließen, die auf ihn
wartete: er wagte zwar den Gang auf dem Wasser, begann aber unterzugehen.
Sein schwaches Fleisch und die Angst vor dem Tod trieben ihn in die
verhängnisvolle Verleugnung. Und doch stößt er einen Schrei aus und
verlangt vom Herrn Rettung. Dieser Schrei ist der klagende Ruf seiner
Reue. Noch etwas gilt es bei Petrus zu beachten: sein Glaube übertraf den
Glauben aller anderen; denn während diese noch in Unwissenheit verharrten,
antwortete Petrus als erster: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt
16,16). Er war der erste, der von der Passion nichts wissen wollte und sie
für ein Unglück hielt (Mt 16,22); er war der erste, der versprach, lieber
zu sterben als ihn (Jesus) zu verleugnen (Mt 26,35); er war der erste, der
sich weigerte, sich die Füße waschen zu lassen (Joh 13,8); er zog auch sein
Schwert, um die Gefangennahme des Herrn zu verhindern (Joh 18,10). Dass
bei der Fahrt zum Ufer der Wind sich legte und die Wogen sich glätteten,
symbolisiert den ungestörten ewigen Frieden der Kirche nach der glorreichen
Wiederkunft des Herrn. Dass er sich dann offenbart als der, der er ist,
versetzt sie alle zu Recht in Erstaunen und lässt sie sagen: „Wahrhaftig,
du bist der Sohn Gottes“. Alle Menschen werden dann klar und öffentlich
dafür Zeugnis ablegen, dass der Sohn Gottes der Kirche den Frieden
geschenkt hat, und das werden sie tun nicht mehr in der Niedrigkeit des
Fleisches, sondern in der Herrlichkeit des Himmels.

Samstag, 30. Juli 2011

Johannes der Täufer, Märtyrer der Wahrheit




Lesungen des Tages

Lev. 25,1.8-17.


Der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai:
Du sollst sieben Jahreswochen, siebenmal sieben Jahre, zählen; die Zeit von sieben Jahreswochen ergibt für dich neunundvierzig Jahre.
Im siebten Monat, am zehnten Tag des Monats, sollst du das Signalhorn ertönen lassen; am Versöhnungstag sollt ihr das Horn im ganzen Land ertönen lassen.
Erklärt dieses fünfzigste Jahr für heilig, und ruft Freiheit für alle Bewohner des Landes aus! Es gelte euch als Jubeljahr. Jeder von euch soll zu seinem Grundbesitz zurückkehren, jeder soll zu seiner Sippe heimkehren.
Dieses fünfzigste Jahr gelte euch als Jubeljahr. Ihr sollt nicht säen, den Nachwuchs nicht abernten, die unbeschnittenen Weinstöcke nicht lesen.
Denn es ist ein Jubeljahr, es soll euch als heilig gelten. Vom Feld weg sollt ihr den Ertrag essen.
In diesem Jubeljahr soll jeder von euch zu seinem Besitz zurückkehren.
Wenn du deinem Stammesgenossen etwas verkaufst oder von ihm etwas kaufst, sollt ihr einander nicht übervorteilen.
Kaufst du von deinem Stammesgenossen, so berücksichtige die Zahl der Jahre nach dem Jubeljahr; verkauft er dir, dann soll er die noch ausstehenden Ertragsjahre berücksichtigen.
Je höher die Anzahl der Jahre, desto höher berechne den Kaufpreis; je geringer die Anzahl der Jahre, desto weniger verlang von ihm; denn es ist die Zahl von Ernteerträgen, die er dir verkauft.
Ihr sollt einander nicht übervorteilen. Fürchte deinen Gott; denn ich bin der Herr, euer Gott.


Ps. 67(66),2-3.5.7-8.


Gott sei uns gnädig und segne uns. Er lasse über uns sein Angesicht leuchten, [Sela]
damit auf Erden sein Weg erkannt wird und unter allen Völkern sein Heil.
Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. Denn du richtest den Erdkreis gerecht. Du richtest die Völker nach Recht und regierst die Nationen auf Erden. [Sela]
Das Land gab seinen Ertrag. Es segne uns Gott, unser Gott.

Es segne uns Gott. Alle Welt fürchte und ehre ihn.


Mt. 14,1-12.


Zu dieser Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte.
Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.
Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus.
Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen.
Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten.
Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr,
daß er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte.
Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Laß mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen.
Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen.
Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.
Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter.
Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.


Johannes der Täufer, Märtyrer der Wahrheit

Die Kirche des ersten Jahrtausends ist aus dem Blut der Märtyrer
entstanden: "Sanguis martyrum - semen christianorum". Die geschichtlichen
Ereignisse im Zusammenhang mit der Gestalt Konstantins des Großen hätten
niemals eine Entwicklung der Kirche, wie sie im ersten Jahrtausend eintrat,
gewährleisten können, wenn es nicht jene Märtyrersaat und jenes Erbe an
Heiligkeit gegeben hätte, die die ersten Christengenerationen kennzeichnen.
Am Ende des zweiten Jahrtausends ist die Kirche erneut zur Märtyrerkirche
geworden. Die Verfolgung von Gläubigen - Priestern, Ordensleuten und Laien
- hat in verschiedenen Teilen der Welt eine reiche Saat von Märtyrern
bewirkt. Das Zeugnis für Christus bis hin zum Blutvergießen ist zum
gemeinsamen Erbe von Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern und Protestanten
geworden, wie schon Paul VI. in der Homilie bei der Heiligsprechung der
Märtyrer von Uganda betonte. Das ist ein Zeugnis, das nicht vergessen
werden darf.

In unserem Jahrhundert sind die Märtyrer zurückgekehrt, häufig unbekannt,
gleichsam "unbekannte Soldaten" der großen Sache Gottes. Soweit als möglich
dürfen ihre Zeugnisse in der Kirche nicht verloren gehen. Wie beim
Konsistorium empfohlen wurde, muss von den Ortskirchen alles unternommen
werden, um durch das Anlegen der notwendigen Dokumentation nicht die
Erinnerung zu verlieren an diejenigen, die das Martyrium erlitten haben.
Dies sollte auch einen ökumenisch beredten Zug haben. Der Ökumenismus der
Heiligen, der Märtyrer, ist vielleicht am überzeugendsten. Die communio
sanctorum, Gemeinschaft der Heiligen, spricht mit lauterer Stimme als die
Urheber von Spaltungen. Das Martyrologium der ersten Jahrhunderte stellte
die Grundlage für die Heiligenverehrung dar. Durch die Verkündigung und
Verehrung der Heiligkeit ihrer Söhne und Töchter erwies die Kirche Gott
selbst die höchste Ehre; in den Märtyrern verehrte sie Christus, den
Ursprung ihres Martyriums und ihrer Heiligkeit. In der Folge hat sich die
Praxis der Heiligsprechung herausgebildet, die in der katholischen Kirche
und in den orthodoxen Kirchen noch immer besteht. In diesen Jahren haben
sich die Heilig- und Seligsprechungen vermehrt. Sie offenbaren die
Lebendigkeit der Ortskirchen, die heute viel zahlreicher sind als in den
ersten Jahrhunderten und im ersten Jahrtausend. Die größte Verehrung, die
alle Kirchen an der Schwelle des dritten Jahrtausends Christus darbringen
werden, wird der Beweis der allmächtigen Gegenwart des Erlösers durch die
Früchte von Glaube, Hoffnung und Liebe in Männern und Frauen vieler
Sprachen und Rassen sein, die Christus in den verschiedenen Formen der
christlichen Berufung nachgefolgt sind.

Freitag, 29. Juli 2011

Immer wieder passiert mir das Gleiche




Könnte dieser Satz von Ihnen stammen? Seien Sie entlastet, er stammt nicht
nur von Ihnen, sondern auch von mir. Die amüsante Variante davon ist, dass,
wo immer ein Fest stattgefunden und wir als Familie daran teilgenommen
haben, man sicher gehen konnte, wenn ein Glas umgestossen wurde, zu Boden
fiel und zerbrach, ich war sicher in der Nähe, meist auch daran beteiligt.
So hat schon manches Glas, in Stücke zersplittert, sein Ende gefunden, und
manches Tischtuch wurde frühzeitig der Wäscherei zugeführt. Das ist zum
Lachen. Aber dort, wo das Lachen einem in der Kehle stecken bleibt, ist das
Gleiche, das einem immer wieder zustösst zum Heulen: ausgenutzt zu werden,
verlassen zu werden, missbraucht und verraten zu werden.

Worauf schaue ich dann? Was erwarte ich? - Ich weiss ja: Wenn mich etwas
bewegt, sowohl im Guten wie im Schmerzlichen, dann achte ich mehr darauf. Es
ist als ob es mich anzieht. Eltern, die ein Kind bekommen haben, haben fast
kein anderes Thema mehr und Eltern, die ein Kind verloren haben, sehen nur
noch Schwangere und frischgeborene Säuglinge. Das erstere legt sich
irgendwann einmal. Das Zweite, Schmerzliche, kann ein Leben lang gefangen
halten. Da frage ich mich: Kann ich mich davon lösen, dass ich mich nur noch
als der oder die sehe, die verloren hat, die ausgenützt worden ist. Der
palästinensische Pfarrer Mitri Raheb baut in seinem Internationalen Zentrum
in Bethlehem an einem kollektiven Bewusstsein für seine Bevölkerung, sich
nicht immer nur einfach als Opfer zu sehen.

Kann ich also lernen aus dem Rad des "Immer wieder das Gleiche" auszusteigen
und mich nicht auf das, was mir sogenannt "immer widerfährt", reduzieren zu
lassen, weder von andern noch von mir? Ja, denn wir sind mehr als das, was
uns immer widerfährt, daran glaube ich fest.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Brot




Gibt es etwas Feineres als frisch gebackenes, duftendes, knuspriges Brot?
Manche lieben zwar Weggli und Gipfeli. Brot ist und bleibt bei uns aber das
alltägliche, gesunde Grundnahrungsmittel, das uns nie verleidet. Wir gehen
in den Laden und kaufen es ganz einfach, es ist immer da, jeden Tag, ohne
dass wir uns darüber Gedanken machen.

Vielleicht könnten wir heute einmal über das Brot nachdenken. Brot wird aus
Mehl gemacht, Mehl aus Körnern. Wind, Sonne und Regen haben die Körner zu
Halmen und Ähren reifen lassen. Brot ist die Frucht der Erde und der
menschlichen Arbeit. Brot stillt Hunger und Not. Brot kann man teilen und
zusammen essen.

Brot bedeutet aber noch viel mehr. Brot meint alles, was wir zum Leben
brauchen: Liebe, Verständnis, Geborgenheit, Frieden. Einen Menschen haben,
der mich gern hat, dem ich alles anvertrauen kann, der bei mir bleibt, wenn
ich einsam bin, wenn ich Angst und Sorgen habe. Das alles ist das Brot, das
wir täglich brauchen.

Unendlich viele Menschen hungern heute noch nach Nahrung. Wir können uns
nicht satt essen und im Gebet der Herrn um das tägliche Brot bitten, ohne an
die Hungernden in der Welt zu denken.
Brot erinnert uns an den, der gesagt hat: „Ich bin das Brot, das Leben
schenkt" (Joh 6,48), der selber Brot war und ist für den Hunger nach Leben.
Wenn immer ein Mensch bedrückt ist, wenn er Sorgen und Kummer hat, kann er
sich bei ihm Trost und Kraft holen.

Auch wir können zu Brot werden, von dem andere leben. Indem wir unseren
Mitmenschen geben, was sie brauchen: unsere Zuwendung, unsere Anerkennung,
unsere Geduld.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Nähe und Distanz




Sie kennen die Situation in einem überfüllten Bus oder im Lift: Die Menschen
stehen dicht neben einander und vermeiden jeden Körperkontakt, oft sogar den
Blickkontakt. Warum? Weil ihnen das zu nahe ist. Wir haben ein eigenes
Gefühl dafür, wie viel Raum wir brauchen und welcher Abstand für uns gut
ist.

Von Schopenhauer stammt die Parabel von den Stachelschweinen:
Es ist kalt. Einige Stachelschweine kommen zusammen, um sich gegenseitig zu
wärmen. Dabei geraten sie mit ihren Stacheln aneinander. Das tut weh, und
sie entfernen sich wieder voneinander. Weil ihnen aber bald wieder zu kalt
wird, rücken sie wieder näher zueinander. Das wiederholt sich mehrmals, bis
die Stachelschweine schliesslich die Entfernung herausgefunden haben, in der
sie sich gegenseitig wärmen können, ohne sich zu verletzen.

Manchmal möchten wir nicht mehr in der Nähe von anderen Menschen sein. Doch
kaum sind sie weg, merken wir, dass der andere uns fehlt. In jeder Familie
und Beziehung braucht es Zeiten der Nähe und Zeiten des Abstandes.

In einem Seminar habe ich einmal diese Übung gemacht: Zwei Personen stellen
sich in grossem Abstand zueinander auf. Dann geht eine Person auf die andere
zu bis diese "Stopp" sagt. Darauf werden die Rollen getauscht. Mit dieser
Übung wird erlebbar, wie das persönliche Bedürfnis nach Nähe und Distanz
sehr unterschiedlich ist. Die Nähe, in der es unangenehm wird, ist bei jedem
anders. Es gibt Unterschiede zwischen den Menschen, wie viel körperliche und
emotionale Nähe und Distanz sie brauchen, das gilt am Arbeitsplatz ebenso
wie in einer Partnerschaft.

Die Übung macht ebenfalls deutlich, dass auch in Alltagssituationen jedes
für seine eigene Grenze verantwortlich ist und dass wir dies auch unserem
Gegenüber klar sagen müssen.

Dienstag, 26. Juli 2011

Die Geduld Gottes




Lesungen des Tages

Ex. 33,7-11.34,5b-9.28.


Mose nahm das Zelt und schlug es für sich außerhalb des Lagers auf, in einiger Entfernung vom Lager. Er nannte es Offenbarungszelt. Wenn einer den Herrn aufsuchen wollte, ging er zum Offenbarungszelt vor das Lager hinaus.
Wenn Mose zum Zelt hinausging, erhob sich das ganze Volk. Jeder trat vor sein Zelt, und sie schauten Mose nach, bis er in das Zelt eintrat.
Sobald Mose das Zelt betrat, ließ sich die Wolkensäule herab und blieb am Zelteingang stehen. Dann redete der Herr mit Mose.
Wenn das ganze Volk die Wolkensäule am Zelteingang stehen sah, erhoben sich alle und warfen sich vor ihren Zelten zu Boden.
Der Herr und Mose redeten miteinander Auge in Auge, wie Menschen miteinander reden. Wenn Mose aber dann ins Lager zurückging, wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, nicht vom Zelt.
Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen Jahwe aus.
Der Herr ging an ihm vorüber und rief: Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue:
Er bewahrt Tausenden Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, läßt aber (den Sünder) nicht ungestraft; er verfolgt die Schuld der Väter an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation.
Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden.
Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch mein Herr mit uns. Es ist zwar ein störrisches Volk, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde, und laß uns dein Eigentum sein!
Mose blieb dort beim Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte. Er aß kein Brot und trank kein Wasser. Er schrieb die Worte des Bundes, die zehn Worte, auf Tafeln.


Ps. 103(102),6-7.8-9.10-11.12-13.


Der Herr vollbringt Taten des Heiles, Recht verschafft er allen Bedrängten.
Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Werke.
Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte.
Er wird nicht immer zürnen, nicht ewig im Groll verharren.

Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns.
Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.



Mt. 13,36-43.


Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.
Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn;
der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen;
der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein:
Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben,
und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.
Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

Die Geduld Gottes

Der Herr und Schöpfer des Universums, Gott, der alle Dinge
geschaffen und sie in eine Ordnung gefügt hat, er hat sich als einer
erwiesen, der für die Menschen nicht nur voller Liebe, sondern auch voller
Geduld ist. Er war immer derselbe, er ist es und wird es bleiben:
hilfreich, gütig, sanft, wahrhaftig – er allein ist gut. Dennoch: als er
seinen unaussprechlich großen Plan entwarf, ließ er allein seinen einzigen
Sohn daran teilhaben. Solange er den Plan seiner Weisheit geheimhielt,
schien er sich um uns nicht zu kümmern und zu sorgen. Aber als er das, was
er von Anbeginn an vorbereitet hatte, durch seinen geliebten Sohn enthüllte
und offenkundig machte, hat er uns alles zur gleichen Zeit angeboten:
seiner Wohltaten teilhaft zu werden, zu sehen und zu erkennen, wie
freigiebig er uns beschenkt. Wer von uns hätte solches je erwarten können?
Gott hatte also zusammen mit seinem Sohn alles wohlvorbereitet; dennoch
hat er uns erlaubt – und das gilt bis zum heutigen Tag -, dass wir uns nach
Belieben von unseren ungeordneten Neigungen fortreißen lassen, verleitet
von Vergnügungen und Leidenschaften. Nicht, dass er auch nur im geringsten
Vergnügen an unseren Sünden gefunden hätte: er ertrug lediglich die Zeit,
in der das Böse wütete, ohne ihm zuzustimmen; er bereitete die jetzige
Herrschaft der Gerechtigkeit vor. Während dieser Periode zeigten unsere
eigenen Werke, dass wir des Lebens unwürdig waren. Jetzt werden wir seiner
würdig aufgrund der Güte Gottes. Wir haben uns als unfähig erwiesen, von
uns aus ins Reich Gottes einzutreten; es ist seine Kraft, die uns jetzt
dazu fähig macht... Gott hat uns nicht gehasst noch verstoßen, er war nicht
nachtragend, sondern geduldete sich lange Zeit.

Montag, 25. Juli 2011

Ich vertraue auf Gott – jetzt erst recht!




Dieses furchtbare Geschehen in Norwegen lässt mich nicht los. Wenn ich im Bett liege und die Augen schliesse, drängen sich sofort die Bilder vom Täter und den erschossenen Jugendlichen, die Bilder von hilflos trauernden Eltern in meinen Kopf.

Diese Schreckenstat ist ungeheuerlich. Unsere Warum-Fragen lassen sich nicht beantworten. Sie bleiben gestellt und rumoren weiter in unseren Köpfen und Herzen. Und natürlich spüre auch ich Wut. Durchaus auch Wut auf den lieben Gott, der es so weit kommen liess, dass eine solche Tat geplant und durchgeführt werden konnte. Das ist aber nur ein Teil in mir.

Ein anderer Teil in mir sagt etwas Anderes. Er zeigt den lieben Gott an der Seite der Erschossenen, an der Seite der Überlebenden, an der Seite der Eltern und Angehörigen, an meiner Seite. Ein lieber Gott, der geschockt ist über diese Tat - wie wir - und nun all denen zur Seite steht, die dringend seine Tröstungen, seinen Beistand brauchen.

Trotzdem, die Frage nach dem Warum bleibt! Warum? Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Einfache und schnelle Antworten sind unangebracht. Diese Fragen werden uns bleiben. Sie stecken schon lange in unseren Lebensrucksäcken. Sie sind schon bei anderen Gelegenheiten gestellt worden. Niemand kann uns Antwort geben. Trotzdem dürfen wir diese Fragen nicht loslassen. Und sie lassen uns nicht los. Wir nehmen sie darum mit auf den Weg zu Gott. Mit ihm zusammen in der Ewigkeit werden Antworten kommen. In dieser Zuversicht liegt unsere Kraft und Stärke.

Jetzt ist es wichtiger, dass wir einander beistehen, einander trösten, miteinander die Zukunft anpacken und sie so gestalten, dass solches Geschehen kaum oder nicht mehr möglich wird. Gott führt uns nicht wie Marionetten. Er will vielmehr, dass wir aufeinander achtgeben, einander mahnen und schützen, manchmal auch voreinander schützen.
Guter Gott, wir vertrauen auf dich! Trotz allem. Amen.

Sonntag, 24. Juli 2011

Terror in Oslo




Aufgrund der Terroranschläge in Oslo gibt es heute keinen Eintrag in unserem Blog.

Wir Gedenken der Toten und sprechen allen Angehörigen sowie allen Norwegern unser

Tiefstes Mitgefühl und Beileid aus.

Mögen die Straftäter schnellsten dingfest gemacht werden.

In Trauer Die Bewahrer.

Samstag, 23. Juli 2011

Gedenken an Oslo




Wir gedenken der Opfer des doppelten Terroranschlags in Oslo mit mehr als 90 Toten. Unser Gebet gilt auch allen Einsatzkräften der Rettungsdienste und der Polizei.

Herr, schau auf uns und schenke Frieden! Frieden in den Herzen, Frieden in den Familien, Frieden auf der ganzen Welt!
+nnDnn+

"Selig seid ihr, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören"




Lesungen des Tages

Ex. 24,3-8.


Mose kam und übermittelte dem Volk alle Worte und Rechtsvorschriften des Herrn. Das ganze Volk antwortete einstimmig und sagte: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.
Mose schrieb alle Worte des Herrn auf. Am nächsten Morgen stand er zeitig auf und errichtete am Fuß des Berges einen Altar und zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels.
Er schickte die jungen Männer Israels aus. Sie brachten Brandopfer dar und schlachteten junge Stiere als Heilsopfer für den Herrn.
Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in eine Schüssel, mit der anderen Hälfte besprengte er den Altar.
Darauf nahm er die Urkunde des Bundes und verlas sie vor dem Volk. Sie antworteten: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun; wir wollen gehorchen.
Da nahm Mose das Blut, besprengte damit das Volk und sagte: Das ist das Blut des Bundes, den der Herr aufgrund all dieser Worte mit euch geschlossen hat.


Ps. 50(49),1-2.5-6.14-15.


[Ein Psalm Asafs.] Der Gott der Götter, der Herr, spricht, er ruft der Erde zu vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
Vom Zion her, der Krone der Schönheit, geht Gott strahlend auf.
«Versammelt mir all meine Frommen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.»
Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden; Gott selbst wird Richter sein. [Sela]

Bring Gott als Opfer dein Lob, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde!
Rufe mich an am Tag der Not; dann rette ich dich, und du wirst mich ehren.»


Mt. 13,24-30.


Und Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus.
Laßt beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.


"Selig seid ihr, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören"

Ein ausgerissener Baum, selbst einer, der direkt über der Wurzel
abgeschnitten wurde und dann wieder gepflanzt wurde, – zum Beispiel die
Weide – treibt wieder aus und blüht von neuem; und ein Mensch, der
umgehauen wurde, soll nicht wieder aufblühen? Die abgeernteten Aussaaten
ruhen, schlafen in den Scheunen und erwachen im Frühling zu neuem Leben;
und der abgeerntete Mensch, der in die Scheunen des Todes geworfen wurde,
soll nicht wieder zum Leben erwachen? Eine Knospe am Weinstock, ein
abgeschnittener und umgepfropfter Zweig, sie erwachen wieder zum Leben und
tragen Früchte; und der Mensch, für den alles erschaffen wurde, soll sich
nicht wieder aufrichten können, wenn er gefallen ist?

Schaut auch das genau an, was um euch herum geschieht. Betrachtet das Bild
dieses ausgedehnten Universums. Ich säe Weizen aus oder irgendein anderes
Korn; es fällt, es vergeht und kann dem Menschen nicht mehr zur Nahrung
dienen. Doch aus seinem Verfall wird es neu geboren, erhebt sich,
vervielfacht es sich. Ich habe nur ein einziges Korn gesät und ernte davon
zwanzig, dreißig oder mehr. Doch für wen wurde es erschaffen? Etwa nicht zu
unserem Gebrauch? Nicht für sich selbst wurden diese Saaten aus dem Nichts
erschaffen. Das also, was für uns erschaffen wurde, stirbt und wird wieder
geboren, und wir, für die dieses Wunder sich täglich vollzieht, wir sollten
von dieser Wohltat ausgeschlossen sein? Wie kann man glauben, dass es für
uns keine Auferstehung von den Toten gibt?