Dienstag, 14. Juni 2011

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde“




Lesungen des Tages

2 Kor. 8,1-9.


Brüder, wir wollen euch jetzt von der Gnade erzählen, die Gott den Gemeinden Mazedoniens erwiesen hat.
Während sie durch große Not geprüft wurden, verwandelten sich ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut in den Reichtum ihres selbstlosen Gebens.
Ich bezeuge, daß sie nach Kräften und sogar über ihre Kräfte spendeten, ganz von sich aus,
indem sie sich geradezu aufdrängten und uns um die Gunst baten, zur Hilfeleistung für die Heiligen beitragen zu dürfen.
Und über unsere Erwartung hinaus haben sie sich eingesetzt, zunächst für den Herrn, aber auch für uns, wie es Gottes Wille war.
Daraufhin ermutigten wir Titus, dieses Liebeswerk, das er früher bei euch begonnen hatte, nun auch zu vollenden.
Wie ihr aber an allem reich seid, an Glauben, Rede und Erkenntnis, an jedem Eifer und an der Liebe, die wir in euch begründet haben, so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen.
Ich meine das nicht als strenge Weisung, aber ich gebe euch Gelegenheit, angesichts des Eifers anderer auch eure Liebe als echt zu erweisen.
Denn ihr wißt, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.


Ps. 146(145),2.5-6.7.8-9a.


Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.
Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe; er hält ewig die Treue.
Recht verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht. Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.


Mt. 5,43-48.


Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde“

Wir, also alle unsere Brüder, bedenken aufmerksam, was der Herr sagt:
„Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen“. Unser Herr Jesus
Christus, dessen Spuren wir folgen sollen (vgl. 1Petr 2,21), hat den Freund
genannt, der ihn verraten sollte (Mt 26,50), und hat sich denen freiwillig
ausgeliefert, die ihn kreuzigen würden. All jene sind also unsere Freunde,
die uns zu Unrecht bedrängen und einschüchtern, die uns beleidigen und
beschimpfen, wehtun und quälen, dem Martyrium ausliefern und töten. Wir
müssen sie sehr lieben, denn die Schläge, die sie uns zufügen, erwirken uns
das ewige Leben.

Montag, 13. Juni 2011

«Ich aber sage euch : Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand»




Lesungen des Tages

2 Kor. 6,1-10.


Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir euch, daß ihr seine Gnade nicht vergebens empfangt.
Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir. Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung.
Niemand geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst nicht getadelt werden kann.
In allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst,
unter Schlägen, in Gefängnissen, in Zeiten der Unruhe, unter der Last der Arbeit, in durchwachten Nächten, durch Fasten,
durch lautere Gesinnung, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe,
durch das Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und in der Linken,
bei Ehrung und Schmähung, bei übler Nachrede und bei Lob. Wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig;
wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende, und seht: wir leben; wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet;
uns wird Leid zugefügt, und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles.


Ps. 98(97),1.2-3ab.3cd-4.


[Ein Psalm.] Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!



Mt. 5,38-42.


Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann laß ihm auch den Mantel.
Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

«Ich aber sage euch : Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand»

Im Namen des gerechten und guten Gottes und seines Sohnes Jesus
bitten wir euch, ihr jungen Frauen und Männer: Öffnet weit eure Herzen für
die Anliegen der ganzen Welt. Hört den Ruf eurer Geschwister und stellt
eure jugendlichen Energien unerschrocken in ihren Dienst. Geht an gegen
jede Art von Egoismus. Weigert euch, den Instinkten von Gewalt und Hass
freien Lauf zu lassen: Sie provozieren Kriege und damit jedwedes Leid. Seid
großherzig, lauter, rücksichtsvoll, aufrichtig. Und baut voll Enthusiasmus
an einer Welt, die besser ist als die Welt eurer Vorfahren. Die Kirche
schaut mit Vertrauen und Liebe auf euch. Sie ist ja die wahre Jugend der
Welt, sie hat eine reiche, immer noch lebendige Vergangenheit und ist auf
dem Weg zu menschlicher Vervollkommnung in der Zeit und zur letzten
Bestimmung der Geschichte und des Lebens. Sie hat das, was die Kraft und
den Charme der Jugend ausmacht: die Fähigkeit, sich über das, was anbricht,
zu freuen; sich selbstlos zu schenken, sich zu erneuern und zu neuen Ufern
aufzubrechen. Schaut sie an, und ihr findet in ihr das Antlitz Christi: Er
ist der echte Held, demütig und weise; der Verkünder der Wahrheit und der
Liebe, der Weggefährte und der Freund der Jugend. Wenn wir euch jetztgrüßen, ermuntern und segnen, so geschieht es im Namen Christi.

Sonntag, 12. Juni 2011

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“




Lesungen des Tages

Apg. 2,1-11.


Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.


Ps. 104(103),1ab.24ac.29bc-30.31.34.


Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört; nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde.

Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke.
Möge ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am Herrn.


1 Kor. 12,3b-7.12-13.


Darum erkläre ich euch: Keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: Jesus sei verflucht! Und keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet.
Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.
Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.
Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.
Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.
Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.


Joh. 20,19-23.


Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21)

„Die Apostel waren da, sie saßen oben im Abendmahlsaal und warteten auf
den Heiligen Geist. Sie glichen bereitgestellten Fackeln, die darauf
warten, dass der Heilige Geist sie entzünde, um dann durch ihre Lehre die
ganze Schöpfung zu erleuchten... Sie waren da wie Bauern, die in der
Manteltasche ihre Saat mit sich tragen und auf den Augenblick warten, in
dem sie den Auftrag zur Aussaat bekämen. Sie waren da wie Matrosen, deren
Boot am Hafen, der dem Befehl des Sohnes untersteht, festgebunden ist, und
die auf den sanften Wind des Geistes warten. Sie waren da wie Hirten, die
soeben aus den Händen des Großen Hirten im Schafstall ihren Hirtenstab
empfangen haben und nun darauf warten, dass ihnen die Herden zugeteilt
werden. „Sie begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen
eingab.“ O Obergemach, du bist der Backtrog, in den der Sauerteig geworfen
ist, der das ganze Universum zum Gären bringt! Obergemach, du Mutter aller
Kirchen; Obergemach, du hast das Wunder des brennenden Dornbuschs erlebt
(Ex 3). Obergemach, du hast Jerusalem in Erstaunen versetzt durch ein
Wunder, das weit größer ist als das Wunder des glühenden Feuerofens, das
die Einwohner von Babylon in Erstaunen versetzt hat (Dan 3). Das Feuer des
Ofens verbrannte diejenigen, die außerhalb des Ofens standen, aber
verschonte die drei Männer in seiner Mitte; das Feuer des Obergeschoßes
führt die zusammen, die von außen kommen und es sehen wollen; es stärkt
diejenigen, die es empfangen. O Feuer, dein Erscheinen ist Wort, dein
Schweigen ist Licht, du stiftest die Herzen an zur Danksagung!... Leute,
die sich dem Heiligen Geist widersetzten, sagten: „Diese da sind vom süßen
Wein betrunken“. Ihr sagt wirklich die Wahrheit, aber es ist nicht so, wie
ihr glaubt. Sie haben nicht Wein von den Rebstöcken getrunken. Es ist ein
neuer Wein, der vom Himmel herabfließt, ein auf Golgotha frisch gepresster
Wein. Die Apostel haben ihn kredenzt und so die ganze Schöpfung trunken
gemacht. Es ist Wein, der am Kreuz gepresst worden ist.

Samstag, 11. Juni 2011

„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“




Lesungen des Tages

Apg. 11,21b-26.13,1-3.


Die Hand des Herrn war mit ihnen, und viele wurden gläubig und bekehrten sich zum Herrn.
Die Nachricht davon kam der Gemeinde von Jerusalem zu Ohren, und sie schickten Barnabas nach Antiochia.
Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich vorgenommen hatten.
Denn er war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn eine beträchtliche Zahl hinzugewonnen.
Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen.
Er fand ihn und nahm ihn nach Antiochia mit. Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und unterrichteten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum erstenmal Christen.
In der Gemeinde von Antiochia gab es Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, Luzius von Zyrene, Manaën, ein Jugendgefährte des Tetrarchen Herodes, und Saulus.
Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie mir berufen habe.
Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.


Ps. 98(97),1.2-3ab.3c-4.5-6.


[Ein Psalm.] Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!

Spielt dem Herrn auf der Harfe, auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner jauchzt vor dem Herrn, dem König!


Mt. 10,7-13.


Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlaßt.
Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.
Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.


„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“

An euch, ihr jungen Männer und Frauen, richtet das Konzil seine letzte
Botschaft. Denn ihr werdet die Flamme aus den Händen eurer älteren
Geschwister entgegennehmen. Ihr werdet leben in einer Welt, die im Begriff
ist, die größten Umwälzungen ihrer Geschichte mitzumachen. Ihr werdet die
Gesellschaft von morgen formen. Dafür müsst ihr euch das Beste nehmen von
dem, was eure Eltern und Lehrer euch an Beispiel und Lehre hinterlassen
haben: Ihr werdet entweder gerettet oder mit dieser Gesellschaft zugrunde
gehen.
Die Kirche hat vier Jahre lang daran gearbeitet, ihr Antlitz zu verjüngen,
um besser antworten zu können auf den Plan ihres Gründers, dem Lebendigen,
dem ewig jungen Christus. Am Ende dieser „Lebensrevision“ wendet sie sich
euch zu. Für euch, die Jungen, vor allem für euch, hat sie mit ihrem Konzil
ein Licht anzünden wollen: ein Licht, das die Zukunft erleuchtet, die eure
Zukunft sein wird.
Die Kirche sorgt sich darum, dass diese Gesellschaft, die ihr bilden
werdet, die Würde, die Freiheit und das Recht der menschlichen Personen
achtet. Ihr selbst seid diese Menschen. Sie sorgt sich vor allem darum,
dass diese Gesellschaft ihren immer alten und immer neuen Schatz zur
Entfaltung bringt: den Glauben, und dass eure Seelen sich frei an seiner
wohltuenden Klarheit erfrischen können. Die Kirche vertraut euch, dass ihr
eine solche Kraft und Freude finden werdet, die euch noch nicht einmal der
Versuchung aussetzen, euch der Verführung von egoistischen und
hedonistischen Philosophien hinzugeben oder etwa Philosophien der
Verzweiflung und des Nichts, wie es einigen eurer Vorfahren widerfuhr. Ihr
sollt angesichts des Atheismus, des Phänomens der Antriebslosigkeit und
Vergreisung euren Glauben an das Leben bekennen und an das, was dem Leben
einen Sinn gibt: die Glaubenssicherheit der Existenz eines Gottes, der
gerecht und gut ist.

Freitag, 10. Juni 2011

Petrus Liebst du mich?




Lesungen des Tages

Apg. 25,13b-21.


Einige Tage später trafen König Agrippa und Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen.
Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden,
gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung,
ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen.
Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte;
sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe.
Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen.
Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.


Ps. 103(102),1-2.11-12.19-20ab.


[Von David.] Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns.

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine königliche Macht beherrscht das All.
Lobt den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken, seinen Worten gehorsam!


Joh. 21,15-19.


Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, daß ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.
Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!



„Petrus, liebst du mich?“

In der Stunde der Prüfung hat Petrus seinen Meister drei Mal verraten. Und
seine Stimme hat gezittert, als er ihm antwortete: „Herr, du weißt, dass
ich dich liebe.“ Doch er hat nicht etwa geantwortet: „Und doch, Herr, habe
ich dich enttäuscht.“, sondern „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Als
er das sagte, wusste er schon, dass Christus der Eckstein ist (vgl. Apg
4,11), auf dem, aller menschlichen Schwachheit zum Trotz, durch ihn,
Petrus, dieses Gebäude aufgebaut werden kann, dessen Grundgerüst die Liebe
ist: durch alle Lebenssituationen und alle Prüfungen, bis zum Ende. Daher
konnte er später schreiben...: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem
geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus
Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen.“ (1Petr 2,5).
Das alles will nichts anderes heißen, als immer und unaufhörlich mit
Ausdauer und Konsequenz auf diese Frage zu antworten: „Liebst du? Liebst du
mich? Liebst du mich immer mehr?“ Und es ist tatsächlich diese Antwort, das
heißt diese Liebe, die macht, dass wir „ein auserwähltes Geschlecht, eine
königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk sind, das Gottes
besonderes Eigentum ist“ (vgl. 1Petr 2,9). Diese Antwort ist es, die uns
die wunderbaren Taten dessen verkündigen lässt, der „uns aus der Finsternis
in sein wunderbares Licht gerufen hat“ (1Petr 2,9). Um dies alles wusste
Petrus in der absoluten Sicherheit seines Glaubens. Und dies alles weiß er
und er verkündigt es weiterhin durch seine Nachfolger.

Das Kreuz mit dem Kreuz!




Es ist ja seltsam, dass wir als Zeichen für unsern Glauben ein
Folterwerkzeug der römischen Zeit haben: Das Kreuz. Verständlich, wer Mühe
damit hat. Ist es aber noch verständlich, keine Mühe damit zu haben?

Unser Kreuz erinnert an den Tod Jesu, sein Leiden und Sterben - ein
solidarisches Leiden. Das macht es besonders. Jesus leidet am Kreuz,
sichtbar für alle, es führt zu seinem Tod, das letzte irdische Zeichen, was
wir anschauen und - wenn es klein genug ist - auch in die Hand nehmen
können. Es verweist auf Ostern. Über Leiden und Sterben hinaus, richtet es
uns aus: Wie grausam uns unser Leben auch mitspielt, das letzte Wort ist mit
Tod und Schmerz und Leid nicht gesprochen. Darauf sollen wir vertrauen. Es
gibt ein Aufstehen nach dem Schmerz, es gibt ein Auferstehen nach dem Tod:
Das eine zu sehen, das andere zu glauben. Gott ist mit seiner Kraft in unser
Leben eingetaucht, damit wir seine Lebenskraft spüren durch alles hindurch
und in allem. Als ich dann ein Kreuz aus Sonnenkollektoren sah, hab ich mir
gedacht, das ist ja super, das gibt Energie, Kraft sich im Leben zu
bewähren.
Energie aus dem Kreuz.

Nicht nur Sonnenkollektoren sind Energie-lieferanten auch das Kreuz Christi
ist es. Weil die Geschichte Gottes mit seinen Menschen am Karfreitag nicht
mit dem Tod Jesu am Kreuz zu Ende ging. Die Geschichte geht weiter, ja sie
beginnt ganz neu mit der Zeit nach Ostern: Wir können ganz neu begreifen,
dass da mehr ist als Tod und Verderben, dass da Gott ein "Jetzt erst recht"
in unsere Welt gesprochen hat. Leben trotz allem Tod, Freude gegen alle
Trauer, Kraft gegen alle Schwäche, Energie über jegliches Ausgepumptsein,
unauslöschliches Brennen für die Sache Leben gegen alles Ausbrennen. Wenn
wir das merken und auch leben dann ist für uns Pfingsten geworden.

Donnerstag, 9. Juni 2011

„Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“




Lesungen des Tages

Apg. 22,30.23,6-11.


Weil er genau wissen wollte, was die Juden ihm vorwarfen, ließ er ihn am nächsten Tag aus dem Gefängnis holen und befahl, die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat sollten sich versammeln. Und er ließ Paulus hinunterführen und ihnen gegenüberstellen.
Da Paulus aber wußte, daß der eine Teil zu den Sadduzäern, der andere zu den Pharisäern gehörte, rief er vor dem Hohen Rat aus: Brüder, ich bin Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern; wegen der Hoffnung und wegen der Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht.
Als er das sagte, brach ein Streit zwischen den Pharisäern und den Sadduzäern aus, und die Versammlung spaltete sich.
Die Sadduzäer behaupten nämlich, es gebe weder eine Auferstehung noch Engel noch Geister, die Pharisäer dagegen bekennen sich zu all dem.
Es erhob sich ein lautes Geschrei, und einige Schriftgelehrte aus dem Kreis der Pharisäer standen auf und verfochten ihre Ansicht. Sie sagten: Wir finden nichts Schlimmes an diesem Menschen. Vielleicht hat doch ein Geist oder ein Engel zu ihm gesprochen.
Als der Streit heftiger wurde, befürchtete der Oberst, sie könnten Paulus zerreißen. Daher ließ er die Wachtruppe herabkommen, ihn mit Gewalt aus ihrer Mitte herausholen und in die Kaserne bringen.
In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu Paulus und sagte: Hab Mut! Denn so wie du in Jerusalem meine Sache bezeugt hast, sollst du auch in Rom Zeugnis ablegen.


Ps. 16(15),1-2a.5.7-8.9-10.11.


[Ein Lied Davids.] Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir.
Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr; mein ganzes Glück bist du allein.»
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du hältst mein Los in deinen Händen.
Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.

Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.
Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; du läßt deinen Frommen das Grab nicht schauen.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben. Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle, zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.



Joh. 17,20-26.


Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, daß du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
Vater, ich will, daß alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, daß du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.


„Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“

Unser Retter hat für seine Jünger so zum Vater gebetet: „Die Liebe, mit
der du mich geliebt hast, soll in ihnen und sie sollen in uns sein“; und
weiter: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir
bin, sollen auch sie in uns sein“. Dieses Gebet wird in uns zur vollen
Wirklichkeit, wenn die vollkommene Liebe, mit der „uns Gott zuerst geliebt
hat“ (1 Joh 4,10) unser Herz so vollkommen durchdrungen hat, wie dieses
Gebet des Herrn es will...

Das wird geschehen, wenn unsere ganze Liebe, unser ganzes Sehnen, unser
ganzes Streben und Trachten, unser ganzes Denken, unser ganzes Leben und
Reden und Atmen nur noch Gott ist; es wird geschehen, wenn das Einssein des
Vaters mit dem Sohn und des Sohnes mit dem Vater unsere Seele und unser
Herz durchdrungen hat – also wenn wir die wahre, reine und unzerstörbare
Liebe, mit der er uns liebt, uns zum Vorbild nehmen und so mit ihm eins
sind durch eine beständige und unverbrüchliche Liebe: wenn wir so sehr mit
ihm verbunden sind, dass all unser Atmen, Denken und Reden nur noch Er ist.
So wird uns am Ende das zuteil... wonach der Herr in seinem Gebet sich
sehnte: dass sich in uns vollende, „dass alle eins sind, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir, damit sie vollendet sind in der Einheit und
dass „alle, die du, Vater, mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich
bin“.

Dazu ist derjenige bestimmt, der in der Einsamkeit betet, darauf muss er
all sein Bemühen richten: der Gnade teilhaft zu werden, schon in diesem
Leben eine Vorstellung von der kommenden Seligkeit zu bekommen und – als
Vorgeschmack in seinem sterblichen Leib – vom Leben und der Herrlichkeit
des Himmels.

Die Menschenmenge und ich




Wie halten Sie es? Tauchen Sie gerne ein in eine Menge von Menschen? Fühlen
Sie sich dann pudelwohl, so nah beieinander, dass Haut und Haut sich fast
berühren? Kommt es vielleicht darauf an, wo das ist? Im Zug, Tram oder Bus,
bei der morgendlichen Fahrt an die Arbeit ist es vielleicht anders als bei
heissem Wetter in der Badeanstalt, anders bei Fussball- und
Eishockeyspielen, bei der Love-Parade Zürich wieder anders und nochmals
anders war es bei der Love-Parade in Duisburg.

Ich gehöre zu denen, die solche Menschenmassen in der Regel meiden. Mir ist
nicht wohl, wenn zu viele Menschen zur gleichen Zeit das Gleiche tun. Da
kann schon geschehen, dass die Masse zum Mob wird.

Wie sehr habe ich da gestaunt, als die Menschen beim Deutschen Evangelischen
Kirchentag in Dresden den gemeinsamen Anfangsgottesdienst gefeiert haben.
Mit Tausenden zu singen, zu beten, Gottesdienst zu feiern, dicht an dicht,
keine Angst vor Panik oder Gewalt. Eine friedliche Stimmung, die mich tief
beeindruckte. Es geht also: In einer Menge einzutauchen und darin sich wohl
und geborgen fühlen, ohne Geschrei und ohne Ekstase. Biblische Bilder werden
wach, besonders beim Thema des Kirchentages, das mitten aus der Bergpredigt
stammt: „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ (Mt 6, 21).
– Bilder, die ich von der Bergpredigt mir mache. Tausende von Menschen hören
dem Einen zu, lassen sich bewegen von seinen Worten:
„Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie zunichte machen
und wo Diebe einbrechen und stehlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im
Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zunichte machen und wo Diebe nicht
einbrechen und stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“

Mittwoch, 8. Juni 2011

„Damit sie eins sind wie wir“




Lesungen des Tages

Apg. 20,28-38.


Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.
Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen.
Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.
Seid also wachsam, und denkt daran, daß ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen.
Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen.
Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt;
ihr wißt selbst, daß für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben.
In allem habe ich euch gezeigt, daß man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.
Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen.
Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küßten ihn;
am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.


Ps. 68(67),29-30.33-35a.35b-36c.


Biete auf, o Gott, deine Macht, die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast
Ihr Königreiche der Erde, singt für Gott, singt und spielt für den Herrn,
der dahinfährt über den Himmel, den uralten Himmel, der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme.
Preist Gottes Macht! Über Israel ragt seine Hoheit empor, seine Macht ragt bis zu den Wolken.

Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestät, Israels Gott; seinem Volk verleiht er Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.


Joh. 17,11b-19.


Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern daß du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.


„Damit sie eins sind wie wir“

Die Kirche trägt den Abdruck und das Bild Gottes, weil sie das gleiche tut
wie er... Gott hat durch seine unendliche Macht alle Dinge ins Dasein
gerufen, er umfasst, eint und begrenzt sie. In seiner Vorsehung bindet er
alle Wesen fest aneinander und an sich selbst.

Die heilige Kirche führt offensichtlich für uns die gleichen Wirkungen
herbei wie Gott, dessen Abbild sie ist. Zahlreich, fast unzählbar sind die
Männer, Frauen und Kinder in ihrer Verschiedenheit, unendlich
unterschiedlich durch Geburt, körperliche Merkmale, Nationalität und
Sprache, durch Lebensweise, Alter und Befähigung, durch Sitten,
Gewohnheiten und Wissen, durch Schicksal, Charakter und Beziehungen. Alle
aber werden in dieser Kirche geboren, und alle werden durch deren Wirken zu
einem neuen Leben wiedergeboren und vom Heiligen Geist neu geschaffen.

Allen hat die Kirche... eine einzige Form, einen einzigen göttlichen Namen
gegeben, nämlich zu Christus zu gehören und seinen Namen zu tragen. Allen
gibt sie auch eine einzigartige Seinsweise, welche es nicht erlaubt, die
unter ihnen bestehenden zahlreichen Unterschiede herauszustellen..., weil
in ihr alles eins wird. Durch die Kirche, durch ihre Glieder, ist absolut
niemand aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, weil jeder auf den anderen
zugeht und alle vereint sind durch das Wirken der unteilbaren Macht der
Gnade und des Glaubens. „Alle“, so steht geschrieben, „waren ein Herz und
eine Seele“ (Apg 4,32)...; ein einziger, aus so verschiedenen Gliedern
gebildeter Leib ist wirklich Christi würdig, der unser wahres Haupt ist
(Kol 1, 18). „In ihm“, sagt der Apostel Paulus, „gibt es nicht mehr Mann
oder Frau, Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, sondern sie alle sind
'einer' in Christus“ (Gal 3,28)... So ist also die heilige Kirche das
Abbild Gottes; denn sie stellt unter den Glaubenden die gleiche Einheit her
wie Gott.

Begeisterung!




Am nächsten Sonntag ist es wieder soweit: Wir feiern das Pfingstfest. Das deutsche Wort Pfingsten kommt aus dem Griechischen und bedeutet: der 50. Tag. Gemeint ist damit für die Juden der 50. Tag nach dem Passahfest, für die Christen der 50. Tag nach dem Osterfest.

Die frühe christliche Kirche hat die Auferstehung Jesu Christi und die Sendung des Heiligen Geistes in Zusammenhang gebracht und in diesem Sinne Pfingsten als Abschluss der 50-tägigen österlichen Freudenzeit gefeiert. Später entwickelte sich Pfingsten zu einem eigenständigen Fest, an dem wir der Ausgiessung des Heiligen Geistes und insofern auch des "Geburtstages der Kirche" gedenken und darum bitten, dass der Heilige Geist auch uns neu erfüllt.

Ausgiessung des Heiligen Geistes - wie kann das deutlich gemacht werden? Das hat sich auch einmal ein Pfarrer überlegt und darüber mit dem Sigrist das Gespräch gesucht. Der Sigrist meinte: "Ich nehme mir eine weisse Taube und wenn Du in Deiner Predigt sagst 'Der Heilige Geist soll erscheinen!', dann lasse ich den Vogel fliegen." Der Pfarrer war einverstanden. Am Pfingstsonntag predigte er also und kam zum Satz 'Der Heilige Geist soll erscheinen!'. Da kommt von hinten eine Stimme, die laut ruft: "Die Katze hat ihn gefressen!"

Ausgiessung des Heiligen Geistes: Meine Verdeutlichung dieses Geschehens sieht so aus. Zehn Tage nach der Auffahrt von Jesus habe seine Freundinnen und Freunde endlich begriffen, dass es nun an ihnen liegt, das, was Jesus sie gelehrt und für sie gemacht hat, unter die Menschen zu bringen. Das Zwanzigrappenstück war endlich gefallen, das Licht der Erkenntnis ist ihnen feuerhell aufgegangen, - und be-geist-ert machten sie sich auf den Weg in die weite Welt, um das Evangelium zu verkünden. Die Kirche kam zur Welt!

Dienstag, 7. Juni 2011

„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen“




Lesungen des Tages

Apg. 20,17-27.


Von Milet aus schickte er jemand nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.
Als sie bei ihm eingetroffen waren, sagte er: Ihr wißt, wie ich vom ersten Tag an, seit ich die Provinz Asien betreten habe, die ganze Zeit in eurer Mitte war
und wie ich dem Herrn in aller Demut diente unter Tränen und vielen Prüfungen, die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe,
wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist. Ich habe es euch verkündigt und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern.
Ich habe Juden und Griechen beschworen, sich zu Gott zu bekehren und an Jesus Christus, unseren Herrn, zu glauben.
Nun ziehe ich, gebunden durch den Geist, nach Jerusalem, und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird.
Nur das bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, daß Fesseln und Drangsale auf mich warten.
Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen, wenn ich nur meinen Lauf vollende und den Dienst erfülle, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde: das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen.
Nun aber weiß ich, daß ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet, ihr alle, zu denen ich gekommen bin und denen ich das Reich verkündet habe.
Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag: Ich bin unschuldig, wenn einer von euch allen verlorengeht.
Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden.


Ps. 68(67),10-11.20-21.


Gott, du ließest Regen strömen in Fülle und erquicktest dein verschmachtendes Erbland.
Deine Geschöpfe finden dort Wohnung; Gott, in deiner Güte versorgst du den Armen.
Gepriesen sei der Herr, Tag für Tag! Gott trägt uns, er ist unsere Hilfe.
Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt, Gott, der Herr, führt uns heraus aus dem Tod.



Joh. 17,1-11a.


Dies sagte Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.
Sie haben jetzt erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, daß du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.

„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen“

Meine Seele dürstete danach, das Wesen und den Ursprung der Philosophie zu
erkennen... Das Bedürfnis, die immateriellen Dinge zu erkennen, nahm mich
gänzlich in Beschlag. Die Betrachtung der Ideen verlieh meinem Denken
Flügel. Ich bildete mir ein, innerhalb kurzer Zeit ein Weiser geworden zu
sein, und war so einfältig zu hoffen, ich würde umgehend Gott sehen – denn
das ist das Ziel der platonischen Philosophie. In dieser geistigen
Verfassung... war ich unterwegs zu einem abgelegenen Ort am Meer, wo ich
damit rechnen konnte allein zu sein, als sich ein alter Mann mir
anschloss... – Was führt dich hierher? fragte er. – Ich mag diese Art
Spazierweg,... er ist bestens geeignet, philosophischen Gedanken
nachzuhängen... – Philosophie macht also glücklich? fragte er. – Sicher,
antwortete ich, und nur sie... – Was also nennst du Gott? – Was immer in
sich und mit sich übereinstimmt und allem Übrigen das Sein schenkt: das ist
Gott. – Wie können sich die Philosophen eine zutreffende Vorstellung von
Gott machen, da sie ihn doch nicht kennen, ihn noch nie gesehen oder gehört
haben? – Aber, antwortete ich, die Göttlichkeit ist für unsere Augen nicht
erkennbar wie es die anderen Wesen sind; sie ist allein dem Verstand
zugänglich, wie Platon sagt; und ich stimme da mit ihm überein... – Da
hat es, sagte der Alte, schon vor langer Zeit Menschen gegeben, die früher
lebten als alle diese sogenannten Philosophen: es waren glückliche,
gerechte Menschen, Freunde Gottes. Sie sprachen unter Inspiration des
Heiligen Geistes und sagten ein Kommen voraus, das nun Wirklichkeit
geworden ist: sie heißen Propheten. Sie allein haben die Wahrheit gesehen
und haben sie den Menschen verkündet... Wer sie liest, kann großen Gewinn
daraus ziehen, sofern er daran glaubt... Sie waren treue Zeugen der
Wahrheit... Sie haben den Schöpfer des Alls gepriesen, Gottvater, und haben
den angekündigt, den er gesandt hat, seinen Sohn Christus... Und du bete
vor allem darum, dass dir die Pforten des Lichts geöffnet werden, denn
niemand kann sehen oder verstehen, wenn ihm Gott oder sein Christus nicht
das Verstehen schenken... Ich habe den Alten nicht wieder gesehen. Aber
plötzlich ist in meiner Seele ein Feuer entfacht worden; die Liebe zu den
Propheten hat mich erfasst, zu diesen Freunden Christi. Im Nachdenken über
die Worte des Alten erkannte ich, was die einzige zuverlässige und Gewinn
bringende Philosophie ist.

Vertrauen in Unvollkommene




Eine Umfrage hat es wieder gezeigt: Das Vertrauen in Priester und Pfarrer ist um 12% gefallen. Am meisten vertrauen wir Piloten, Ärzten, Krankenschwestern. Ja, sogar Taxifahrer, ich habe nichts gegen sie, geniessen mehr Vertrauen als die Vertreter der Kirche!

Das färbt natürlich negativ an auf Kirchen und Kirchgemeinden und Pfarreien. Eine darob besorgte Frau ist bei mir im Gespräch und fragt: "Kennen Sie denn keine vollkommene Gemeinde? Ich würde so gern dort Mitglied werden."
"Doch, ich kann mir eine solche Gemeinde vorstellen, aber da wird es ein Problem geben."
"Ich verstehe nicht, was Sie meinen", sagt die Frau. "Eine vollkommene Gemeinde kann doch kein Problem haben."
"Oh doch", sage ich, "wenn Sie und ich dort Mitglied werden, ist die Gemeinde nicht mehr vollkommen!"

Wir sind nicht vollkommen. Es "menschelt" überall und ganz besonders dort, wo der Mensch, Gottes Kind, im Zentrum sein sollte. Wir können nur Vorletztes schaffen. Das Letzte, das Vollkommene ist allein Gottes Werk.

Und natürlich vertraue ich einem Piloten. Es bleibt mit im Flugzeug auch gar nichts anderes übrig. Und natürlich vertraue ich dem Arzt, der Krankenschwester, wenn ich im Spital ihre Hilfe brauche. Eine andere Möglichkeit habe ich nicht. Und natürlich vertraue ich dem Taxifahrer, wenn ich in seinem Auto sitze. Und ich lebe davon, dass alle diese Menschen mein Vertrauen nicht missbrauchen. Aber würde ich mit ihnen meine Leben, meine Probleme besprechen? Vielleicht wenn ich mit ihnen freundschaftlich verbunden bin und sie dafür Zeit haben.

Gerade weil wir nicht vollkommen sind und nur Vorletztes schaffen und erreichen können, bin ich auf mein Gefühl von Vertrauen in andere Unvollkommene angewiesen.

Montag, 6. Juni 2011

„Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt“



Lesungen des Tages

Apg. 19,1-8.


Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab.
Er traf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, daß es einen Heiligen Geist gibt.
Da fragte er: Mit welcher Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Mit der Taufe des Johannes.
Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus.
Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen.
Paulus legte ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten.
Es waren im ganzen ungefähr zwölf Männer.
Er ging in die Synagoge und lehrte drei Monate lang freimütig und suchte sie vom Reich Gottes zu überzeugen.


Ps. 68(67),2-3.4-5ac.6-7ab.


Gott steht auf, seine Feinde zerstieben; die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht.
Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt; wie Wachs am Feuer zerfließt, so vergehen die Frevler vor Gottes Angesicht.
Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott; sie jauchzen in heller Freude.
Singt für Gott, spielt seinem Namen; jubelt ihm zu, ihm, der auf den Wolken einherfährt! Preist seinen Namen! Freut euch vor seinem Angesicht!

Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung.
Gott bringt die Verlassenen heim, führt die Gefangenen hinaus in das Glück; doch die Empörer müssen wohnen im dürren Land.


Joh. 16,29-33.


Da sagten seine Jünger: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen.
Jetzt wissen wir, daß du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, daß du von Gott gekommen bist.
Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt?
Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

„Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt“

„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh 14,27).
Aber was nützt es uns zu wissen, dass dieser Friede gut ist, wenn wir nicht
über ihn wachen? Was sehr gut ist, ist für gewöhnlich auch sehr
zerbrechlich, und wertvolles Gut erfordert größere Sorgfalt und
Wachsamkeit. Sehr brüchig ist doch der Friede, der durch ein leichtfertiges
Wort oder eine geringfügige Verletzung, die wir einem Bruder zufügen,
verloren gehen kann. Nun haben die Menschen an nichts mehr Gefallen als
Unangebrachtes zu reden, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sie nichts
angehen, eitle Plaudereien zu führen und Abwesende zu kritisieren. Wer
nicht sagen kann: „Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit
ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort“ (Jes
50,4), der lasse den Mund zu, oder, falls er ein Wort sagt, dann soll es
ein Wort des Friedens sein... „Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes“
(Röm 13,10). Sie möge uns unser gütiger Herr und Retter in seiner Huld
einflößen, er, der Urheber des Friedens und der Gott der Liebe.

Freundschaft mit Jesus





Wenn wir zu Jesus Christus beten, dann rufen wir ihn unter verschiedenen
Namen und Titeln an: Herr, Sohn Gottes, Erlöser. Diese Anrede betont seine
Autorität und Würde. Sie schafft aber auch eine Distanz zwischen ihm und
uns: Er steht ganz oben, auf der Seite Gottes, wir unten, er handelt, er
beschenkt uns, wir empfangen.

Wenn nicht ein anderer Titel dazu käme, der eigentlich gar kein richtiger
Hoheitstitel ist, nämlich der Freundesname. Wenn wir Jesus als Freund
anrufen, dann tönt es manchmal fast kitschig, wie z.B. in gewissen alten
Kirchenliedern: „Ich will dich lieben als meinen allerbesten Freund“ oder
„Jesus, Seelenfreund“. Nicht so im Neuen Testament. Jesus wird in der Bibel
nur an einigen wenigen Stellen als Freund bezeichnet. Aber diese Stellen
sind so wichtig, dass wir sie uns merken sollten:

Im Lukas-Evangelium ist der Freundesname ein Schimpfwort: „Seht, er ist ein
Freund der Zöllner und Sünder.“ Man hat Jesus häufig in schlechter
Gesellschaft gesehen, weil er sich um die Armen und Aussenseiter angenommen
und mit ihnen gegessen und getrunken hat. Nicht herablassendes Mitleid,
sondern ehrliche Mitfreude führt Jesus zu denen, die nach dem geltenden
Gesetz und nach der Meinung der Frommen abgeschrieben sind. So wird er ihr
Freund und offenbart ihnen die Freundschaft Gottes.

Nach dem Johannes-Evangelium erklärt sich Jesus zum Freund seiner Jünger:
„Niemand liebt mehr als der, der sein Leben für seine Freunde einsetzt.“
Durch seine Lebenshingabe werden die Jünger für immer zu seinen Freunden.
Und sie bleiben in seiner Freundschaft, wenn sie seinem Beispiel folgen.
Darum nennt sie Jesus nicht mehr Schüler oder Knechte, sondern Freunde. Sie
erfahren ihn jetzt nicht mehr nur als Herr und Meister, sondern als ihren
Freund.

Erfahren wir unsere Beziehung zu Jesus auch als eine Art Freundschaft? Oder
besteht unser Verhältnis zu Jesus nur aus Angst und Respekt? Ist er nur
unser Pannendienst, den wir anrufen, wenn wir nicht mehr weiter kommen?
Jesus möchte nicht nur unser Herr, unser Richter und Erlöser sein, sondern
er möchte unser, dein und mein Freund sein.

Sonntag, 5. Juni 2011

„In ihnen bin ich verherrlicht“




Lesungen des Tages

Apg. 1,12-14.


Dann kehrten sie vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.
Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.


Ps. 27(26),1.4.7-8a.


[Von David.] Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel.
Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig, und erhöre mich!
Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!» Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.



1 Petr. 4,13-16.


Statt dessen freut euch, daß ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.
Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr seligzupreisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch.
Wenn einer von euch leiden muß, soll es nicht deswegen sein, weil er ein Mörder oder ein Dieb ist, weil er Böses tut oder sich in fremde Angelegenheiten einmischt.
Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen, sondern Gott verherrlichen, indem er sich zu diesem Namen bekennt.


Joh. 17,1-11a.


Dies sagte Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht.
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war.
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.
Sie haben jetzt erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, daß ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, daß du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.


„In ihnen bin ich verherrlicht“

„Der Vater und ich, sagte der Sohn, wir werden zu ihm kommen“, das heißt zu
einem heiligen Menschen, „und wir werden bei ihm Wohnung nehmen“. Und ich
glaube, dass der Prophet nicht von einem anderen Himmel sprach, als er
sagte: „Du aber wohnst im Heiligtum, Israels Lobpreis!“ Und der Apostel
Paulus sagt ganz klar: „Durch den Glauben wohnt Christus in unseren
Herzen.“ Es kann also nicht erstaunen, dass Christus in diesem Himmel
wohnen möchte. Während er nur zu sprechen brauchte, um jenen Himmel zu
erschaffen, hat er gekämpft, um diesen Himmel sein eigen zu nennen; er ist
gestorben, um ihn zurückzukaufen. Deshalb spricht er nach seinen
Anstrengungen, deren Erfüllung er ersehnt hat: „Dies ist meine Ruhestätte
auf ewig, hier will ich wohnen, denn ich habe sie erwählt.“ Selig
diejenige, zu der er sagt: „Komm, meine Auserwählte, meine Braut.“, ich
will in dir meinen Thron errichten.„Warum bist du betrübt, meine Seele, und
warum verstörst du mich?“ Meinst du, auch in dir würdest du einen Platz für
den Herrn finden? Aber welcher Ort in uns ist einer solchen Ehre würdig und
kann dem Anspruch genügen, seine Hoheit zu empfangen? Könnte ich ihn denn
auch nur an dem Ort anbeten, wohin er seine Füße gesetzt hat? Wer wird mir
gestatten, wenigstens den Fußspuren einer heiligen Seele zu folgen, „die er
sich zum Erbe erwählt hat“? Möge er doch in meine Seele die Erquickungen
seiner Barmherzigkeit ausgießen, damit auch ich sagen kann: „Den Weg deiner
Gebote lief ich, denn du machst mein Herz weit“. Dann könnte auch ich
vielleicht in mir „einen fertig hergerichteten Raum“ zeigen, „wo er mit
seinen Jüngern essen kann“, zumindest jedoch „einen Ort, wo er sein Haupt
niederlegen kann“...Es tut so sehr Not, dass die Seele wachse und weit
werde, um Gott begegnen zu können. Ihre Weite jedoch ist ihre Fähigkeit zu
lieben, wie der Apostel Paulus sagt: „Werdet weit in der Liebe“. Denn
obwohl die Seele keine räumliche Ausdehnung besitzt, da sie Geist ist,
gewährt ihr die Gnade, was die Natur verwehrt... Die Größe einer jeden
Seele ist also das Maß ihrer Liebe. Deshalb ist jene, die viel liebt, groß,
jene jedoch, die wenig liebt, klein. Die Seele jedoch, die überhaupt nicht
liebt, ist nichts. Der hl. Paulus bekräftigt denn auch: „Wenn ich die Liebe
nicht habe, bin ich nichts.“

Samstag, 4. Juni 2011

„Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben“




Lesungen des Tages

Apg. 18,23-28.


Nachdem er dort einige Zeit geblieben war, zog er weiter, durchwanderte zuerst das galatische Land, dann Phrygien, und stärkte alle Jünger.
Ein Jude namens Apollos kam nach Ephesus. Er stammte aus Alexandria, war redekundig und in der Schrift bewandert.
Er war unterwiesen im Weg des Herrn. Er sprach mit glühendem Geist und trug die Lehre von Jesus genau vor; doch kannte er nur die Taufe des Johannes.
Er begann, offen in der Synagoge zu sprechen. Priszilla und Aquila hörten ihn, nahmen ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer dar.
Als er nach Achaia gehen wollte, ermunterten ihn die Brüder dazu und schrieben den Jüngern, sie möchten ihn freundlich aufnehmen. Nach seiner Ankunft wurde er den Gläubigen durch die Gnade eine große Hilfe.
Denn mit Nachdruck widerlegte er die Juden, indem er öffentlich aus der Schrift nachwies, daß Jesus der Messias sei.


Ps. 47(46),2-3.8-9.10.


Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, ein großer König über die ganze Erde.
Denn Gott ist König der ganzen Erde. Spielt ihm ein Psalmenlied!
Gott wurde König über alle Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams. Denn Gott gehören die Mächte der Erde; er ist hoch erhaben.


Joh. 16,23b-28.


An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.
Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.
An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde;
denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin.
Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

„Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben“

Meine Lieben, ihr habt ein kleines Herz; aber das Gebet macht es größer
und fähig, Gott zu lieben. Das Gebet ist ein Vorgeschmack auf den Himmel,
es entströmt dem Paradies. Es hinterlässt in uns immer Sanftmut. Es ist
Honig, der in Tropfen auf die Seele fällt und alles leichter macht. Wenn
wir gut beten, schmelzen die Schmerzen dahin wie Schnee unter der Sonne.
Das Gebet lässt die Zeit wie im Flug vergehen, in so angenehmer Weise, dass
man gar nicht merkt, wie lange es gedauert hat...

Da gibt es Menschen, die sich ins Gebet versenken und darin bewegen wie
der Fisch im Wasser; denn sie gehören ganz dem guten Gott. Ihr Herz ist
nicht zweigeteilt. Ach, wie ich diese edlen Seelen liebe! Der hl. Franz von
Assisi und die hl. Coletta konnten unsern Herrn sehen und mit ihm sprechen,
wie wir es miteinander tun. Wir hingegen, wir kommen manchmal in die
Kirche, ohne zu wissen, was wir tun werden und um was wir bitten wollen.
Und das, obwohl wir, wenn wir zu jemandem gehen, genau wissen, wozu wir ihn
aufsuchen. Da gibt es auch Menschen, die zum gütigen Gott ganz leichthin
sagen: „Ich will dir mit wenigen Worten sagen, dass ich mich deiner
entledigen will“. Nicht selten kommt mir, wenn wir zur Anbetung unseres
Herrn gehen, der Gedanke: Wir werden alles bekommen, was wir wünschen, wenn
wir ihn mit lebendigem Glauben und reinem Herzen darum bitten.

Die Heiligen des Heutigen Tages sind Hl. Christa, Hl. Filippo Smaldone, Hl. Quirinus, Hl. Werner von Ellerbach.

Freitag, 3. Juni 2011

„Jetzt seid ihr bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen... und niemand nimmt euch eure Freude“




HI.Karl Lawanga

Lesungen des Tages

Apg. 18,9-18.


Der Herr aber sagte nachts in einer Vision zu Paulus: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht!
Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt.
So blieb Paulus ein Jahr und sechs Monate und lehrte bei ihnen das Wort Gottes.
Als aber Gallio Prokonsul von Achaia war, traten die Juden einmütig gegen Paulus auf, brachten ihn vor den Richterstuhl
und sagten: Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz verstößt.
Als Paulus etwas erwidern wollte, sagte Gallio zu den Juden: Läge hier ein Vergehen oder Verbrechen vor, ihr Juden, so würde ich eure Klage ordnungsgemäß behandeln.
Streitet ihr jedoch über Lehre und Namen und euer Gesetz, dann seht selber zu! Darüber will ich nicht Richter sein.
Und er wies sie vom Richterstuhl weg.
Da ergriffen alle den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelten ihn vor dem Richterstuhl. Gallio aber kümmerte sich nicht darum.
Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahlscheren lassen.


Ps. 47(46),2-3.4-5.6-7.


Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, ein großer König über die ganze Erde.
Er unterwirft uns Völker und zwingt Nationen unter unsre Füße.
Er wählt unser Erbland für uns aus, den Stolz Jakobs, den er liebt. [Sela]

Gott stieg empor unter Jubel, der Herr beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! Spielt unserm König, spielt ihm!


Joh. 16,20-23a.


Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.


„Jetzt seid ihr bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen... und niemand nimmt euch eure Freude“

„Ihr seid dem Beispiel des göttlichen Meisters gefolgt“, sagt Paulus. Wie
das? „Ihr habt das Wort trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen,
die der Heilige Geist gibt“ (1 Thess 1,6). Und das nicht nur in Bedrängnis,
sondern in großer Bedrängnis, inmitten Leiden ohne Zahl. Ihr findet dies in
der Apostelgeschichte bestätigt. Dort erfahren wir, wie ihre Feinde sie bei
den Behörden denunziert und die Stadt gegen sie aufgebracht haben. Sie
waren in Bedrängnis, und wenn man sagt, dass sie, obwohl sie litten und
stöhnten, ihrem Auftrag treu geblieben sind, so greift das zu kurz. Sie
blieben treu, und zwar mit großer Freude! Die Apostel hatten ihnen ein
Beispiel gegeben: „Sie freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für
den Namen Christi Schmach zu erleiden“ (Apg 5,41). Das ist wahrhaft
bewundernswert! In der Bedrängnis geduldig auszuharren, ist schon viel;
aber sich darüber auch noch zu freuen – damit übersteigt man die
menschliche Natur und man hat einen Leib, der sozusagen
schmerzunempfindlich ist. Aber inwiefern sind sie dem Beispiel Christi
gefolgt? Darin, dass er selber ohne einen Klagelaut und mit Freude gelitten
hat. Denn es war sein eigener Wille, in solcherlei Bedrängnisse zu kommen.
Um unseretwillen hat er sich gedemütigt, hat sich bespucken, ohrfeigen, ja
kreuzigen lassen. Und er hat sich darüber so gefreut, dass er es seine
Verherrlichung nannte: „Vater“, sagte er, „verherrliche du mich“ (Joh
17,5).

So Nah!




Gestern, zehn Tage vor dem Pfingstfest haben wir das Auffahrtsfest gefeiert. Wir haben uns daran erinnert, wie Jesus vor den Augen seiner Freundinnen und Freunde in den Himmel gefahren ist.

Vierzig Tage lang weilte der Auferstandene auf der Erde. Dann wurde er emporgehoben in den Himmel. Das heisst also: Die Ostererscheinungen von Jesus beschränken sich auf einen bestimmten Zeitraum. Und nur der Evangelist Lukas spricht von der letzten Erscheinung von Jesus als der Aufnahme zu Gott in den Himmel. In seinem Evangelium (Lk 24) hat man den Eindruck dass die Auferstehung und die Aufnahme von Jesus zu Gott am gleichen Tag geschehen seien. In seiner Apostelgeschichte aber beginnt er den Bericht über die junge Kirche mit vierzig besonderen Tagen.

Bei der Himmelfahrt nimmt Lukas ein altes, der Bibel bekanntes Motiv auf: Mose und Elija erleben eine Himmelfahrt, später wird das auch von Henoch, Baruch und den Kindern Hiobs berichtet. Grundlegend wichtig ist dabei, wie wir "Himmel" verstehen: Die englische Sprache tut sich hier leichter, wenn sie unterscheidet zwischen dem Himmel über uns (engl.: sky) und dem Himmel als Ausdruck für den Bereich Gottes (engl.: heaven). "Himmelfahrt" ist also Ausdruck dafür, dass Jesus in die unmittelbare Nähe Gottes aufgenommen wurde. Martin Luther hat es so formuliert: "Da er auf Erden war, war er uns zu fern, jetzt ist er uns nah."

Und dazu noch diese Geschichte:

Der Lehrer fragt: "Wo wohnt Gott?" Seraina antwortet: "Im Badezimmer!" "Wie kommst Du denn darauf?" "Na ja, jeden Morgen, wenn mein Vater aufsteht, hämmert er gegen die Badezimmertür und ruft: 'Mein Gott, bist Du denn noch nicht fertig?'"

So nah ist uns Gott!

Donnerstag, 2. Juni 2011

„Die Himmelfahrt deines Sohnes ist bereits unser Sieg: wir sind die Glieder seines Leibes“




Lesungen des Tages

Apg. 1,1-11.


Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er (in den Himmel) aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, daß er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt.
Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.


Ps. 47(46),2-3.6-7.8-9.


Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, ein großer König über die ganze Erde.
Gott stieg empor unter Jubel, der Herr beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! Spielt unserm König, spielt ihm!

Denn Gott ist König der ganzen Erde. Spielt ihm ein Psalmenlied!
Gott wurde König über alle Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.


Eph. 1,17-23.


Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.


Mt. 28,16-20.


Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.


„Die Himmelfahrt deines Sohnes ist bereits unser Sieg: wir sind die Glieder seines Leibes“

Gott und die Menschen sind zu einer Art geworden. Deshalb sagt der hl.
Paulus: „Wir sind von Gottes Art“ (Apg 17,29). An einer anderen Stelle sagt
er: „Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder Einzelne ist ein Glied an
ihm“ (1 Kor 12,27). Das bedeutet: wir sind zu seinen Verwandten geworden
durch das Fleisch, das er angenommen hat. Uns ist also durch sein
Verdienst der Himmel gewährleistet: das Fleisch, das er von uns genommen
hat, und auf Erden der Heilige Geist, der in uns wohnt... Was wundert ihr
euch, dass der Heilige Geist mit uns ist und zugleich im Himmel, wenn der
Leib Christi zugleich im Himmel und mit uns ist? Der Himmel hat den
geheiligten Leib in Besitz genommen, die Erde hat den Heiligen Geist
empfangen. Christus ist gekommen und hat den Heiligen Geist gebracht, dann
ist er in den Himmel aufgestiegen und hat unseren Leib dorthin
mitgenommen... Welch furchterregender und erstaunlicher göttlicher
Ratschluss! Wie sagt doch der Prophet: „Herr, unser Herrscher, wie gewaltig
ist dein Name auf der ganzen Erde!“ (Ps 8,2)... Die Gottheit ist erhöht
worden. Wörtlich heißt es: „Er wurde vor ihren Augen emporgehoben“ (Apg
1,9), er, der in allem groß ist, der große Gott, der große Herr, der auch
„ein großer König über die ganze Erde“ ist (Ps 47,3). Ein großer Prophet,
ein großer Priester, ein großes Licht – er ist groß in allem. Und er ist
nicht nur groß durch seine Göttlichkeit; er ist es auch in seiner
Fleischlichkeit; denn er ist Hoherpriester und großer Prophet. Wie das?
Hört, was der hl. Paulus sagt: „Wir haben einen erhabenen Hohenpriester,
der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes; lasst uns an dem
Bekenntnis festhalten“ (Hebr 4,14). Wenn er Hoherpriester und großer
Prophet ist, dann ist es doch zutreffend, dass „ein großer Prophet unter
uns aufgetreten ist und Gott sich seines Volkes angenommen hat“ (Lk 7,16).
Wenn er ein Hoherpriester ist, ein Prophet, ein großer König, dann ist er
auch ein großes Licht: „Das heidnische Galiläa, das Volk, das im Dunkel
lebte, hat ein helles Licht gesehen“ (Jes 9,1f; Mt 4,15). Wir haben also
das Unterpfand unseres Lebens im Himmel, in den wir mit Christus
emporgehoben worden sind.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreaturen (Mk. 16,15)




Wie alle Jahre wieder, werden die Adventszeit, Weihnachten, Ostern ausgiebig und genussvoll gefeiert und sogar Karfreitag. Die wenigsten wissen etwas mit der Bedeutung des Sonntags, des Advents, von Weihnachten, Karfreitag und Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten anzufangen. Christi Himmelfahrt wird von den Männern ausgiebig oder genauer süffig gefeiert als „Herrentag“. Andere Männer feiern Christi Himmelfahrt als ihren Vatertag. Warum auch nicht? Gott ist unser Vater. Indem wir Jesu Himmelfahrt gedenken, ehren wir Gott, unseren Himmlischen Vater; zu dem unser Herr und Bruder, Jesus Christus aufgefahren ist.

Dass die Menschen im „christlichen Abendland“ wenig mit christlichen Gedenk- und Feiertagen anzufangen wissen, lieg an uns Christen! Also nicht an Papst, Patriarchen, Kardinälen, Erzbischöfen, Bischöfen, Pfarrern und ihrer div. Gemeindekirchenräte, sondern an uns „einfachen“ Christen selbst. Ordinierte Hirten und Vorsteher der katholischen, orthodoxen, evangelisch reformierten oder lutherischen Kirchen und evangelikale freien Gemeinden Jesu taufen, firmen / konfirmieren zwar, aber lehren sie uns den christlichen Glauben zu verbreiten; d. h. zu missionieren? Das ist Jesu’ s Befehlt!

Jeder Getaufte ist ein Jünger / Lehrling Jesu, zugleich Apostel / Gesandter in seiner Familie und seinem Umfeld.

Wenn christliche Gedenk- und Feiertage mit Fress- und Saufgelagen zugebracht werden, ohne sich der Bedeutung dieser Tage bewusst zu sein, so ist das unsere Sache und auch unser Versagen.



Damals, ob in Galiläa, Judäa, Jerusalem, im ganzen Römischen Reich erlitten Menschen furchtbare Armut, Willkür und Gewalt und sehr viele litten unter der Peitsche der Sklaverei. Die restlichen Israeliten erwarteten ihren Messias, der das alte Königreich Davids wieder aufrichtet und das fremdländische Joch den Juden abnimmt.

Viele Juden litten so, selbst nach der Kunde von Jesu Auferstehung und das er lebt, weil sie zur pharisäischen Ungläubigkeit an den auferstandenen Christus verführt wurden.

Wie glücklich hingegen lebten Jesu Apostel und die getreuen Frauen sowie andere Zeugen (der Apostel Paulus berichtete von 500 Leuten, die den auferstandenen Jesus erlebten) als Jesus nach dem furchtbaren Karfreitag unter ihnen weilte und lehrte; und das vierzig Tage lang, nach seiner Auferstehung.

„Was könnte ihnen mit Jesus in ihrer Mitte auch geschehen?“ Jesu Lehrlinge erkannten die vollkommene Macht Gottes in ihrer Mitte. Und dann das! Nach vierzig Tagen seit der Auferstehung versammelte Jesus die Seinen um sich. Jesu göttliche Macht vervollkommnete sich vierzig Tage nach Ostern und des fortgesetzten Lehrens, in seiner Himmlischen Aufnahme und zur Rechten Gottes, unseres Vaters, sitzend.

Das muss für die Getreuen ein Schreck gewesen sein, als Jesus nach dessen Missionsbefehls, dem Segen und dem Versprechen: „Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“, vor ihren Augen aufgefahren ist. Jesus wurde vor den Augen dieser Zeugen von einer Wolke aufgenommen.

Engel stellten klar, dass Jesus bei Gott ist und auch so wiederkommt. Die Apostel / Gesandten Jesu wurden aufgefordert nach Jerusalem zurückzukehren, um zu warten was geschieht und besonders mit ihnen geschehen mag.



Wir leben heute in ähnlich chaotischen, hinterhältigen und brutalen Verhältnissen; unter einer wieder und weiter um sich greifenden Willkür, hier im Land und überall auf dieser Welt.

Rettung, Trost und Wegweisung könnten die vielen zermürbten und um ihr Lebensglück betrogenen Menschen im Glauben finden; im Glauben an das Evangelium, der Frohen Botschaft oder Guten Nachricht Jesu und im Glauben an den auferstandenen Jesus.

Doch die Menschen werden verführt durch das gleiche Pharisäertum wie seinerzeit die Juden.

Die Kirchenhäuser leeren sich. Viel Erhellendes, Aufklärendes und Hoffnungsvolles ist da nicht zu vernehmen. Hier im Land missionieren Muslime, fernöstliche Gurus erfolgreich; Drogendealer und antichristliche Dekadenzgesellschafter verderben Jung und Alt. Müssten nicht die Teilnehmer von Messen / Gottesdiensten, die durch Lehrunterweisung Getauften, Gefirmten und Konfirmierten mit der gleichen Begeisterung jener Zeugen, Jünger und Apostel nach dem Missionsbefehl (Mt. 28, 18 – 20 und Mk, 16, 15 – 16) handeln?



Die Bibel lehrt warum wir leiden und wie wir gerettet werden; sie zeigt deutlich auf, was auf diese Erde zukommt. „Tut Buße…!“, predigte Johannes der Täufer, wascht eure Sünden ab. Buße bedeutet Umkehr auf Gottes vorgegebenen Weg. Es muss uns egal sein, was Profitspekulanten und Politverführer uns an Lügen auftischen, aber nicht was Gott von jedem Einzelnen will!



Christen sind dazu befohlen der Welt das Evangelium zu predigen; selbst wenn es das Leben kosten kann. Doch es gilt Jesu Versprechen: „Ich bin bei euch…“.

Mir selber geht es nicht gut, aber sein Wort erfüllt mich. Jesus; dessen Zusage – Wort ich habe, befiehlt in seinem Namen zu missionieren. Als ehemaliger, dienender Soldat weiß ich Befehle zu begreifen und zu befolgen. Aber Soldat bin ich immer noch. Mein Gehorsam gehört Jesus. In dessen Dienst versuche ich vor allem da das Evangelium heranzutragen, wo Menschen als Radikale, Extreme, Störer, Querdenker stigmatisiert sind. Es ist gerade da wichtig, weil solche Menschen aufbrachen die Welt oder das Land gegen die allgemeine Willkür zu verändern. Aber diese Menschen haben wenig bzw. keinen Glauben. Diese Menschen besitzen Visionen von einer besseren Welt oder einem besseren Land; in der Hoffnung, dass dadurch die Menschen besser werden.



Im Angesicht einer Realität von Verderbtheit, verfallen moralisch sittliche Werte. Profit und „Spaß“ haben absoluten Vorrang in dieser Gesellschaft. Das Ergebnis ist die allgemeine Verwahrlosung Einzelner, Familien, Gemeinwesen, Länder und Völker. Gender Mainstreaming ist das Weltprogramm für die Neue Weltordnung; Ehe, Familie, verantwortungsbewusste eheliche Sexualität; Beseitigung geschlechtsspezifischer Aufgabenteilung von Mann und Frau; alles ist eins, keine Völker, keine Kulturen und Sprachenvielfalt; alles ein „Brei“; eine auf 500.000.000 reduzierte weltweite „glückliche“, widerspruchs- und widerstandslose Sklaven – Ausbeutungsgesellschaft ist das Ziel einer kleinen elitären antichristlichen Herrscherklicke.

Das neue Babel steht vor seiner Vollendung! Gott wird dem ein endgültiges Ende setzen!



Es gibt aber noch sozialistische und nationale Träumer, die unbeirrt ihre Träume von einer besseren Welt versuchen umzusetzen. Dabei erfüllen sie, wie es ihnen beigebracht wurde, gesellschaftlich wunschgemäß, unter wohlwollenden Augen der gesellschaftlichen „Gutmenschen“ aus Politik, Medien, Kultur und verweltlichen Kirchen, sich gegenseitig die Schädel einzuschlagen. Doch genau diese Menschen brauchen Jesus! Jesu’ s Befehl ist eindeutig: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt. 28, 18 – 20). Im Markusevangelium wird dieser Befehl in seiner Trageweite unterstrichen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selige werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Das ist der Befehl an Menschen, die Jesus glauben. Mehr noch, Christen ist das Gebot der Feindesliebe auferlegt; erstrecht wenn Menschen sich auf den Weg mach(t)en, Land und die Welt verändern zu wollen.



Jesus ging auf Extreme zu: Zöllner, Randgruppen und römische Legionäre, welche die offizielle Gesellschaft verachtete und den Umgang tabuisierte.

Jesus veränderte „Verachtete“, „Feinde“. Wer auch immer von den „Nichtgläubigen“, z.B. durch die I:FC- Rund- und Sonntagsbriefe, mit Jesus berührt wird; nur durch das Lesen, lässt zu, dass Jesus unfühlbar im Bewussten eines Menschen einfließt und im Unbewussten speichert. Das lässt hoffen!

Ja, wir brauchen Jesus, gerade jetzt! Jesus wird mit unbesiegbarer Macht diese Welt der Verderbtheit zerstören; die Seinen und gutherzigen Gerechten retten; alle Mühseligkeit, Beladenheit, Elend, Not, Schmerzen, Krankheit und Sterben beenden.

Aber er ist ja bereits unter uns. Für Jesus einzutreten, bedarf Mut!

Allen Mutigen rufe ich zu: Jesus ist für EUCH zur Errettung gekommen und lädt ein, Gott treu zu sein und zu eurem tatsächlichen Mut, tätigen Glauben aufwachsen zu lassen. Er ist bei Gott, unserem Vater und bei uns; bei uns alle Tage.

AMEN!

Einen gesegneten Vatertag: Christi Himmelfahrt im Zeichen unseres HERRN!

Nur Zuschauer?




Dank 3-D-Brillen ist es möglich, einen Film nicht bloss auf der Leinwand
anzuschauen, sondern sich mittendrin zu fühlen im Geschehen, hautnah dabei.
Und doch ist alles nur Illusion. Wenn der Film zu Ende ist, sitzen wir
Zuschauer immer noch in derselben Reihe auf dem gleichen Platz. Gott sei
Dank, möchte man sagen, denn wer weiss, ob wir aus so einem Film sonst
wieder heil herauskämen. Gott sei Dank auch, weil wir als Zuschauer nicht
schuldig werden können.

Im realen Leben geht das nicht. Wenn wir Zeugen eines Geschehens werden,
können wir nicht einfach nur Zaungäste bleiben.

In der vergangenen Woche konnte ein psychisch kranker Mann in Basel von der
Polizei nach 48 Stunden endlich dazu bewogen werden, das Dach seines Hauses
zu verlassen. Das riesige Polizeiaufgebot war aber vor allem wegen der
unzähligen Gaffer nötig geworden.

Wer Zeuge wird, sollte die Rolle des Zuschauers aufgeben. Sonst bleibt es
beim Gaffen und Beklatschen, wie folgende kleine Geschichte zeigt:

In einer Stadt führte ein Seiltänzer in schwindelnder Höhe seine Kunststücke
vor. Zum Schluss die Hauptattraktion: Er schiebt eine Schubkarre über das
schwankende Seil. Als er sicher auf der anderen Seite angekommen ist, fragt
er die Zuschauer, ob sie es ihm zutrauen, die Karre auch wieder zurück zu
schieben. Die Menge klatscht begeistert Beifall. Dann fragt er einen
einzelnen, der unten am Mast steht: „Sie, trauen Sie es mir auch zu, dass
ich die Karre wieder zurückschiebe?“ „Aber sicher!“ ruft der zurück und
klatscht. Der Akrobat sagt: „Dann kommen Sie doch herauf und steigen Sie
ein, dann schiebe ich Sie hinüber!“ – „Nein“, sagt der erschrocken. So hatte
er es nicht gemeint, er wollte doch Zuschauer bleiben.